Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Straßenschlachten im Jemen: Regime schickt maskierte Schläger

(c) REUTERS (Khaled Abdullah)
  • Drucken

Das Regime in Sanaa ließ am Donnerstag auf friedliche Demonstranten schießen. Es gibt zahlreiche Verletzte. Seit Wochen finden im Jemen emonstrationen gegen das Regime von Präsident Saleh statt.

Sanaa/Wien/Ag. Auch im Jemen trotzen weiter tausende Demonstranten der Brutalität des Regimes von Ali Abdullah Saleh. Am Donnerstag wurden bei Protesten mindestens 84 Menschen verletzt. Sicherheitskräfte und Regimeanhänger setzten Schusswaffen, Tränengas und Pflastersteine gegen die aufgebrachte Menge ein. Demonstranten in der südlichen Provinz Taiz berichteten, dass bei Zusammenstößen 80 Menschen verletzt wurden.

In der Hauptstadt Sanaa hinderten regierungstreue Kräfte die Protestierenden mit Betonsperren daran, zu den Dauerbesetzern vor der Universität dazustoßen. Bei Ausschreitungen wurden vier Menschen verletzt. In der Nacht davor hatte eine Gruppe maskierter Männer Teilnehmer des Sitzstreiks vor der Universität angegriffen. Augenzeugen zufolge handelte es sich dabei um „Schläger“ der Staatsführung.

In Mukalla, einer Küstenstadt im Südosten des Landes, gingen Anhänger des jemenitischen Regimes auf die Straße und skandierten Parolen wie „Das Volk will Saleh!“ oder „Nein zu Chaos und Zerstörung!“

Seit Wochen finden im Jemen nach dem Vorbild der Revolutionen in Tunesien und Ägypten Demonstrationen gegen das Regime von Präsident Saleh statt, der seit 32 Jahren an der Macht ist.

 

Beziehungen zu USA verschlechtert

Durch den Volksaufstand litten auch die Beziehungen zu den USA, die Saleh lange Zeit als Bollwerk gegen die Terrororganisation al-Qaida gesehen hatten. Washington verurteilt das Blutvergießen und stellt sich hinter die friedlichen Demonstranten. Dennoch lehnt Saleh einen Rücktritt bis heute ab, versprach aber eine Verfassungsreform und verzichtete auf eine Amtszeitverlängerung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.03.2011)