The Strokes: Julian C. findet sich schlicht

Strokes Julian findet sich
Strokes Julian findet sich(c) Sony
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The Strokes, 1998 in New York City von höheren Söhnen gegründet, erfanden vor zehn Jahren das Genre Garagenrock neu. Nun ist ihr viertes Album "Angles" erschienen.

The Strokes – „Metabolism“. Zugegeben: Wenn eine Band, die einst angetreten ist, um das alte Rich-Kids-Motto „Weil mir so fad ist“ in Achtachteltakt-Coolness zu übersetzen, im reiferen Alter die Stilvielfalt entdeckt, ist das nicht wirklich aufregend. Diese Nummer hat aber etwas. Sie überhöht die kokette Selbstgeißelung des Julian Casablancas zu bitterer Entfremdung. „Iwanna be outrageous“, singt er zum Überdruss-Beat seiner Band, „but inside I know I'm plain, so plain.“ Soweit bekannt. Doch bei der Zeile „Trying to find the perfect life“ mutiert seine Stimme in den Gesang einer Maschine. Ähnliches tut James Blake auf seinem Album, und Radiohead arbeiten seit zehn Jahren daran: an der Auflösung der Stimme im Anorganischen, Allgemeinen. Prophezeiung: Man wird Casablancas noch Schopenhauer zitieren hören.

Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Boris Jordan (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 13 Uhr und 14.30Uhr auf FM4.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.03.2011)

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