Weltbank: Erdbeben-Schäden bis zu 166 Milliarden Euro

Weltbank ErdbebenSchaeden Milliarden Euro
(c) REUTERS (� Aly Song / Reuters)

Die Weltbank traut Japan eine eigenständige und schnelle Erholung von Erdbeben und Tsunami zu. Auch Moody's schätzt Japan für den Weg zurück stark genug ein.

Die Weltbank schätzt die Schäden in Japan durch das schwere Erdbeben und den Tsunami auf 122 bis 235 Milliarden US-Dollar - das sind bis zu 166 Milliarden Euro. Die Folgen des Atomunfalls seien für Japan und die ganze Region dagegen noch nicht abschätzbar, schreibt die Entwicklungsorganisation in einer Wirtschaftsprognose für die Ostasien- und Pazifikregion, die sie am Montag in Singapur veröffentlichte.

Von Erdbeben und Tsunami allein könne sich die japanische Wirtschaft nach einem kurzen Einbruch durch die Wiederaufbauanstrengungen schnell erholen, schreibt die Weltbank. Das lege die Erfahrung nach dem Erdbeben in Kobe von 1995 nahe. Damals betrugen die Schäden 100 Milliarden Dollar.

Der japanische Staat wird wegen der Erdbebenkatastrophe kräftig in die Tasche greifen müssen. "Es ist unausweichlich, dass wir bis Juni zwei große Nachtragsetats verabschieden müssen", sagte Jun Azumi, ein Spitzenvertreter der Demokratischen Partei. Die Nachtragsbudgets dürften zu einem Großteil über neue Schulden finanziert werden. Das Defizit der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt liegt derzeit bei neun Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts.

Japan kann Wiederaufbau schultern

 "Die japanische Regierung hat die finanzielle Kraft und Kreditwürdigkeit, um mit der Katastrophe fertig zu werden", sagte Moody's-Experte Thomas Byrne.
Moody's bewertet die Bonität des Landes derzeit mit der Note Aa2. Japanische Staatsanleihen gelten damit als "sichere Anlage", obwohl die Schulden die jährliche Wirtschaftsleistung um das Doppelte übertreffen. 

Staatliches Rückversicherungsprogramm

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat eine erste Schätzung für die Schäden aus dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan veröffentlicht. Der Konzern rechnet mit einer eigenen Schadensbelastung von 1,2 Milliarden Dollar (849 Millionen Euro).

Der Unsicherheitsfaktor bei der Schadenschätzung sei aber besonders groß, teilte Swiss Re mit. Der Betrag ist nicht noch viel höher, weil für versicherte Erdbeben- und Tsunamischäden an Wohnbauten ein staatliches Rückversicherungsprogramm besteht. Solche Versicherungsdeckungen würden in der Regel nicht rückversichert durch internationale Rückversicherer, hieß es. Bei Sachversicherungen sei zudem nukleare Verseuchung ausgeschlossen. Swiss Re rechnet nicht damit, dass der Vorfall im Kernkraftwerk Fukushima zu einem großen Schaden für Sach- und Haftpflichtversicherer führen wird, da sowohl Erdbeben als auch Tsunami ausgeschlossen seien.

Aus verschiedenen Gründen könnten nachträgliche, erhebliche Anpassungen der gesamten Schadenschätzung aber nicht ausgeschlossen werden. Denn die genaue Ermittlung der Schadeninformationen werde mehrere Monate in Anspruch nehmen.

 

(APA/Ag.)