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Justin Bieber: Erfolgreicher als „King of Pop“

(c) EPA (JOERG KOCH / POOL)
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Justin Biebers Konzertfilm „Never Say Never“ ist in den USA erfolgreicher als Michael Jacksons Film „This Is It“. Bieber ist nicht nur ein Star, sondern auch ein Produkt unserer Zeit.

Jede Zeit hat ihre Stars. Sieht man sich den aktuellen Teeniestar genauer an, wähnt man sich derzeit im neuen Biedermeier. Jener brave 17-jährige Bursche, der seit Monaten nicht nur „die Charts stürmt“, wie es so schön heißt, sondern auch Twitter und YouTube, hat jetzt einen neuen Rekord gebrochen. Und zwar einen, der viel über die derzeitige Pop-Landschaft aussagt. Justin Bieber hat den „King of Pop“, Michael Jackson, geschlagen. Gut, dessen Sternstunden sind auch schon wieder ein Weilchen her. Und es geht hier (noch) nicht um den internationalen Markt, sondern „lediglich“ um die USA und Kanada.

Dennoch: Jacksons Konzertfilm „This Is It“, der vier Monate nach dessen Tod in die Kinos kam, war monatelang der erfolgreichste Konzertfilm der US-Kinogeschichte. Der junge Herr Bieber konnte mit seinem Musikfilm „Never Say Never“ mittlerweile 72,2 Millionen Dollar (51 Millionen Euro) einspielen – und somit um 100.000 Dollar mehr als der 1980er-Jahre-Heroe Jackson. Im Rest der Welt– also außerhalb der USA und Kanadas – schlägt allerdings Jackson mit 189,1 Millionen Dollar den neuen „Prince of Pop“ mit elf Millionen Dollar noch bei Weitem.

Was nicht ist, kann ja noch werden. Bieber ist erst 17 Jahre alt. Mittlerweile hat Bieber, der seinen deutschen Namen seinem Urgroßvater väterlicherseits verdankt, auch auf dem „Wetten, dass...?“-Sofa bei Thomas Gottschalk Platz genommen – und senkte damit den Altersdurchschnitt der anwesenden Gäste, etwa Catherine Deneuve, Udo Jürgens und Herbert Grönemeyer. Der Fernsehauftritt war für den jungen Musiker Routine. Vor einem Jahr sang er bereits bei US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus.

Bieber ist nicht nur ein Star, sondern auch ein Produkt unserer Zeit. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes mit Facebook, YouTube und Co. groß geworden. Mittlerweile hat er zwei Alben herausgebracht („My World“ und „My World 2.0“). Hauptschauplatz ist aber nach wie vor das Internet. 22 Millionen Facebook-Freunde und acht Millionen Twitter-Follower verfolgen regelmäßig die heißbegehrten Info-Happen des Kanadiers. Seine Lieblingsfarben? Blau und Lila. Seine Lieblingszahl? Sechs. Seine Lieblingsserie? „Smallville“. Hobbys? Fußball und Skateboarden. Skandale? Fehlanzeige. Außer man zählt seine neue Frisur dazu. Immerhin konnten ihm 80.000 Twitter-Fans nicht verzeihen, dass er sich von seiner Helmfrisur, die an Heintje, den Kinderstar der 50er-Jahre, erinnerte, trennte.

Ansonsten findet sich nichts, was ihm seine vorrangig weiblichen Fans, die „Bieberettes“, übelnehmen könnten – mit Ausnahme seiner Freundin Selena Gomez. Lange wollte sich der Teeniestar nicht über die Beziehung zur 18-jährigen Schauspielerin und Sängerin äußern. Immerhin erhielt Gomez, die ganz klassisch mittels Disney zum Star wurde, bereits Morddrohungen von Bieber-Fans. Jetzt hat sich die junge Frau in David Lettermans „Late Show“ offen zur Beziehung zu dem Teenieschwarm geäußert. „Er ist so lange in meinem Leben, es ist toll, jemanden zu haben, der versteht, was man durchmacht“, schwärmte Gomez. Beziehunsgkrach gibt es also bis jetzt noch nicht. „Ein echter Mann weiß, dass er eine Lady wie eine Königin behandeln muss. Unser Glück hängt von ihrem ab“, lautet Biebers Geheimrezept.

Wenn neben dem Glück der Angebeteten und jenem der Millionen Fans noch ein bisschen Zeit übrig bleibt, unterstützt Bieber die Tierrechtsorganisation Peta bei der Adoption heimatloser Tiere aus Tierheimen. Er geht gerne mit seiner Mutter einkaufen. Sie ist, neben Manager Scott Braun, stets an seiner Seite. Wenn es sich einrichten lässt, betet Bieber vor dem Essen.

Justin Bieber weiß sich aber nicht nur zu benehmen, sondern auch zu verkaufen. Fans kaufen nicht nur seine Musik, sondern auch Justin-Bieber-Produkte, etwa Nagellack oder Parfum. Oder eine Haarsträhne. Die wurde zuletzt via eBay um 40.000 Dollar versteigert. Braver geht es nicht, erfolgreicher auch nicht.

Auf einen Blick

„Never Say Never“ heißt der Konzertfilm des jungen Teeniestars Justin Bieber (17). In den USA und Kanada hat der 3-D-Film bereits 72,2 Millionen Dollar (51 Millionen Euro) eingespielt – um 100.000 Dollar mehr als Michael Jacksons Musikfilm „This Is It“. Der Kult um den braven Star, der via YouTube und Twitter groß wurde, hält an. Am Samstag nahm er bei Thomas Gottschalk auf dem „Wetten, dass...?“-Sofa Platz. Seine Freundin Selena Gomez sprach in David Lettermans Show bereits offen über die Beziehung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.03.2011)