Hypo-Affäre: Aufsichtsrat steht hinter Grigg

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Die Finanzmarktaufsicht hat eine Anfrage gestellt, aber kein offizielles Verfahren eingeleitet. Es besteht der Verdacht, dass er bei der Hypo an Bilanzmanipulationen mitgewirkt hat.

Wien/Höll. Wegen der Hypo-Affäre gerät der Vizechef der Grazer Wechselseitigen Versicherung (GraWe), Siegfried Grigg, unter Druck. Es besteht der Verdacht, dass er bei der Hypo an Bilanzmanipulationen mitgewirkt hat. Grigg leitete vor dem Einstieg der BayernLB für acht Monate die Geschäfte der Hypo. Er ist für die Bilanz 2006 verantwortlich. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Franz Harnoncourt-Unverzagt, Präsident des Aufsichtsrats, lehnt einen Rücktritt von Grigg ab. „Ich kenne Grigg seit vielen Jahren. Er hat sich nichts zuschulden kommen lassen.“ Grigg habe sein „vollstes Vertrauen“, sagt Harnoncourt-Unverzagt zur „Presse“. Er werde in der Causa nun die Ermittlungen der Justiz abwarten. Harnoncourt-Unverzagt kann sich nicht vorstellen, dass an den Vorwürfen etwas dran ist. „Warum sollte Grigg so etwas tun?“

Brisantes Tagebuch

Laut „Presse“-Informationen hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) bislang nur eine Anfrage zu den Vorwürfen gestellt. Von der Antwort und den weiteren Ermittlungen hängt es ab, ob gegen Grigg tatsächlich ein Geschäftsleiter-Prüfungsverfahren eingeleitet wird. Der „Presse“ liegt ein Tagebuch des ehemaligen Hypo-Vorstands Josef Kircher vor. Darin wird Grigg belastet. Demnach soll der jetzige GraWe-Manager nicht nur von den möglicherweise gesetzeswidrigen Nebenabsprachen bei einer Hypo-Kapitalerhöhung 2006 gewusst haben, sondern sie auch unterschrieben haben. Grigg bestreitet dies. Laut Tagebuch hat sich Kircher mit Grigg im Juli 2010 auf der Autobahnraststätte Techselberg getroffen. „Grigg ist sich bewusst, dass die Bilanz 2006, die er als Vorstandsvorsitzender unterschrieben hat, falsch sein könnte“, schreibt Kircher. Am 3.August 2010 telefoniert Kircher wieder mit dem GraWe-Manager. Plötzlich streitet Grigg alles ab. Er habe von alldem nichts gewusst.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.03.2011)

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