Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Conwert: Reduktion des Zinshausbestands um 600 Millionen Euro

Michaela Bruckberger
  • Drucken

In den nächsten Jahren soll auch das Gewerbe-Portfolio der Eco Immobilien AG abverkauft werden und in den noch günstigeren deutschen Markt umgeschichtet werden.

Wien - Die Conwert Immobilien Invest SE will die aktuell hohen Preise nutzen, um auch bei den Zinshäusern Kasse zu machen. Der börsenotierte Althausdeveloper will in den nächsten drei Jahren ihren Wiener Zinshausbestand von heute 1,1 Milliarden Euro auf 500 Millionen Euro reduzieren, sagte der neue Vorstandschef Volker Riebel.

Flucht in die Sachwerte

Im Jahr 2009 hat bei privaten und Stiftungen ein Run auf Wiener Zinshäuser eingesetzt, der die Preise in die Höhe getrieben und den Markt für Objekte in den inneren Bezirken gutteils ausgetrocknet hat. Hauptmotive sind nach Meinung von Branchenbeobachtern die niedrigen Einlagezinsen und eine durch Inflationsängste getriebene Flucht in die Sachwerte.

Die Verkäufe sollen vor allem dort erfolgen, "wo wir geringe Entwicklungschancen sehen", und wo bei den Immobilienwerten ein "peak" erreicht sei, sagte Riebel, der von der neuen Kernaktionärsgruppe eingesetzt worden ist. Petrus Advisers verfolgt eine "Value-Strategie", etwa durch den Rückkauf eigener Aktien und höhere Ausschüttungen, aber auch Kostensenkungen.

Zinshäuser als "Plateau" erhalten

Zinshäuser im Wert von 500 Millionen Euro sollen sozusagen als "Plateau" erhalten bleiben, sagte Riebel. Das Unternehmen will in den nächsten Jahren auch das Gewerbe-Portfolio der Eco Immobilien AG abverkaufen. Gemäß der neuen Unternehmensstrategie soll das Portfolio stärker in den noch günstigeren deutschen Markt umgeschichtet werden, wo noch Hoffnungen auf steigende Preise bestehen.

Hintergrundinfo

Durch Kauf der Eco Business beinhaltet der Gewinn unbare Anteile, die bei der Bilanzpressekonferenz nicht beziffert wurden. Unter dem Summenstrich hat sich der Erwerb der Eco Business mit einem Plus von rund 5 Mio. Euro zu Buche geschlagen. Der Cash-flow pro Aktie (also ohne Berücksichtigung von Abschreibungen) wurde mit 65 Cent pro Anteilsschein beziffert. Der gesamte Leerstand beträgt 15 Prozent. Wegen der Erstkonsolidierung der Eco Business per 31. Juli stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stark auf 184,9 (105,0) Mio. Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) lag bei 103,2 (94,9) Mio. Euro. Im Zusammenhang mit der Eco hat das Unternehmen im vergangenen Jahr 69,2 Mio. Euro außerplanmäßig abgeschrieben. Die Bruttomieterlöse stiegen auch wegen der Eco um 16 Prozent auf 187,7 (162,3) Mio. Euro, die Veräußerungserlöse sanken um 10 Prozent auf 325,1 Mio. Euro. Wegen der Eco-Integration in der zweiten Jahreshälfte hat sich die Zinslast der conwert im vergangenen Jahr von 78 auf 95 Mio. Euro erhöht, sagte CFO Doll.

 

Konzernergebnis

Das seit Wochenbeginn im ATX notierende Immobilienunternehmen hat 2010 nach einer Reihe von Einmaleffekten ihr Konzernergebnis gegenüber dem Jahr davor um 8 Prozent auf 25,7 Millionen Euro gesteigert und will für das vergangene Jahr eine Dividende von 30 Cent pro Aktie ausschütten. Der Gewinn pro Aktie betrug auf Konzernebene 29 Cent, genauso viel wie 2009.