MAK: "Fristlose" für Ex-Direktor Noever

ARCHIVBILD: MAK-DIREKTOR PETER NOEVER
ARCHIVBILD: MAK-DIREKTOR PETER NOEVER(c) APA/HANS KLAUS TECHT (Hans Klaus Techt)
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Der zurückgetretene MAK-Direktor hat damit keine Abfertigungs-Ansprüche. Er soll nach einem neuen Bericht 173.000 Euro Schaden angerichtet haben.

Das Kuratorium des MAK (Museum für Angewandte Kunst) hat bei seiner Sitzung am Mittwoch die Entlassung von Peter Noever aus dem Angestelltenverhältnis beschlossen. Auf die Frage, ob dies, salopp gesprochen, "eine Fristlose" für den zurückgetretenen Direktor sei, antwortete Kuratoriumsvorsitzender Andreas Treichl in einem kurzen Pressegespräch nach der Sitzung: "Das ist, salopp gesprochen, eine Fristlose."

Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) hat den Beschluss bereits zur Kenntnis genommen und Treichl "ermächtigt, den Anstellungsvertrag mit Peter Noever unverzüglich aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung aufzulösen", wie es in einer Aussendung hieß. Der Gehaltsanspruch Noevers endet damit, ein Abfertigungsanspruch besteht nicht.

Einerseits betonte Treichl in seinen Statements, der heutige erweiterte Prüfbericht habe Noever bei vielen, "ja bei fast allen Anschuldigungen" entlastet, wie sich etwa bei der Durchsicht der Unterlagen über Dienstreisen nach Los Angeles gezeigt habe, andererseits müsse er bei der Ausstellung falsch datierter Rechnungen zu Leistungen im Zusammenhang mit Geburtstagsfeiern seiner Mutter wohl involviert gewesen sein. Das Kuratorium treffe keine Versäumnis-Schuld, so Treichl: "Ich glaube, dass wir extrem korrekt vorgegangen sind. Wir haben so gehandelt, wie wir es tun mussten."

Das Gremium behandelte auch einen vertiefenden Prüfbericht von "PricewaterhouseCoopers" (PwC), in dem die Schadenshöhe nach einer "vorläufigen groben Schätzung" auf rund 173.000 Euro beziffert wird.Inkludiert sind dabei Rechnungen, die Lieferanten mit falschen Angaben versehen mussten, sowie Steuern und Zinsen. Eine einzige Feier in Los Angeles wurde "als privat veranlasst" eingestuft, während die Prüfer aus der Abrechnung der Reisen Noevers nach Los Angeles "keine ungerechtfertigten Diätenverrechnungen" erkennen konnten.

Das Kuratorium hat kein weitere Detailprüfung in Auftrag gegeben, zumal auch der Rechnungshof prüfen werde, so Treichl. "Für mich ist die Prüfung damit abgeschlossen." Weder dem MAK noch dem Steuerzahler sei Schaden entstanden, da Peter Noever als "tätige Reue" 220.000 Euro hinterlegt habe, wodurch die im heutigen Prüfbericht ausgewiesene Schadenssumme - mit Lohnsteuer und Verzugszinsen 173.000 Euro - abgedeckt sei.

Nach Informationen der Austria Presse Agentur hat die Staatsanwaltschaft kürzlich auf Basis der eingebrachten Anzeige ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet. Über das weitere Vorgehen wird nach Vorliegen der Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen entschieden werden.

(APA)

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