Schmied und Treichl, beide aus dem Bankfach, ziehen aus der Causa Noever die passenden harten Konsequenzen.
Kultur braucht keine Bilanzen, Künstler dürfen sich allerlei erlauben, die armen verstehen eben nichts von Geld. So wurden Jahrzehnte lang alle Unregelmäßigkeiten im Kulturbereich zugedeckt. Der Skandal um die Osterfestspiele hat einiges aufgewirbelt. Langsam dämmert die Wahrheit: In der Kultur geht es auch ums Geld – und es wird dort genauso hart und oft genug unfair darum gekämpft wie überall anders. Ministerin Schmied und Erste-Bank-Generaldirektor Treichl haben im Fall von MAK-Chef Noever lange zugeschaut, jetzt aber hart durchgegriffen.
Gut so. Es ist ein Hohn für alle Kulturmenschen, die ordentlich wirtschaften, wenn sie zuschauen müssen wie andere das Gegenteil tun und dann noch als Retter der Kunst gefeiert werden. Ein Museumsdirektor, gegen den wegen Untreue ermittelt wird: Hat es das schon gegeben? Die Ohrenbläser, die seit Wochen von Noevers Verdiensten säuseln – die vorhanden und beachtlich sind, aber eben schon ein recht langes Weilchen her – sollten sich jetzt zart schämen. Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht und ein charmanter Blender hat mit einiger Verspätung seine gerechte Strafe erhalten. Vielleicht zieht das heilsame Kreise: Schluss mit der Schlawinerei in der Kultur.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.03.2011)