Rainbow Arabia, Duo aus Los Angeles, stattet seine Musik ostentativ mit arabischen und asiatischen Elementen aus. Erstes Album: "Boys And Diamonds".
„Without You“. Pop ist deutlich weniger global als alle anderen Kunstformen. So konnten weder die arabischen Revolutionen noch die japanische Katastrophe nachweisbare Mengen von Pop aus Arabien respektive Japan in unsere Radios spülen. Freilich: Die „weltmusikalische“ Attitüde entdeckt man in Europa und Nordamerika immer wieder. Selten aber ist sie so offen spekulativ – und damit ehrlich – wie bei diesem US-Duo. Es kombiniert arabisch anmutendes Trommeln mit elektronischem Schlagzeug à la Achtziger, kitschige Synthesizerklänge mit kleinen, „exotisch“ klingenden Intervallen; dazu singt Sängerin Tiffany Preston mit diesem gewissen New-Wave-Schluckauf über einen Lügner, dem sie nachtrauert. Im Video posiert sie im Straßenstaub und vor einer Wand mit Graffiti. So authentisch wie ein bunter Abend im All-inclusive-Feriendorf. Anmutig verlogen.
Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Boris Jordan (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 13 Uhr und 14.30 Uhr auf FM4.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.03.2011)