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Witali Petrow: Putins Gasfuß

Putins Gasfuss
(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ xpb.cc)
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Witali Petrow kam in die Formel 1, weil er Russe ist. Dass er auch noch schnell fährt, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Als der 26-Jährige voriges Jahr ein Cockpit bei Lotus-Renault eroberte, war wenig von seinem Talent als Rennfahrer die Rede. Klar, er war Vizeweltmeister der GP2-Serie und hatte schon Erfahrungen beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans gesammelt. Tatsächlich erhielt er den Führerschein für die Königsklasse, weil er Russe ist. Formel-1- Vermarkter Bernie Ecclestone schielte seit geraumer Zeit Richtung Osten. Und mittlerweile ist ohnehin alles unter Dach und Fach. Nächstes Jahr wird auch in Moskau gefahren. 200.000 Fans waren vergangenen Sommer gekommen, um bei einer Exhibition von Petrow und Jenson Button dabei zu sein.

15 Millionen Euro zahlte Vater Alexander, damit das Söhnchen ordentlich Gas geben kann. Der Papa betreibt in Russland Hotels und Sportklubs. Und er hat einen guten Draht in den Kreml. Denn der Rennstall wird auch von den russischen Staatsunternehmen Gazprom und Sberbank kräftig unterstützt.

Doch Rubel hin oder her. Witali Petrow hat sich mittlerweile auch als sehr passabler Rennfahrer einen Namen gemacht. In Melbourne hüpfte er als erster Russe in der Formel-1-Geschichte aufs Podium. Sein dritter Platz war fast so spektakulär wie sein sechster Platz beim letzten Rennen der Vorsaison in Abu Dhabi. Dort ebnete Petrow Sebastian Vettel den Weg zum Weltmeistertitel. Denn der Russe war es, der Fernando Alonso nicht und nicht vorbeiließ. Der zweifache Weltmeister auf Ferrari biss sich an dem Greenhorn die Zähne aus und wurde nur Siebenter.

Nicht umsonst wird Petrow in seiner Heimat „Rakete von Wyborg“ genant. gh

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.03.2011)