Japans Autoproduktion in großen Schwierigkeiten

Toyota in Produktionsschwierigkeiten
(c) BilderBox (Bilderbox / Erwin Wodicka)

Dem größten Hersteller Toyota fehlen Autoteile von Zulieferern. Auch Mitkonkurrent Honda hält die Fabriken bis zum Wochenende geschlossen.

Die Autoproduktion in Japan wird noch auf unabsehbare Zeit brachliegen. Toyota teilte den wichtigsten Zulieferern mit, dass die Bänder mindestens bis zum 11. April weiter stillstehen werden, wie Reuters am Dienstag aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen erfuhr. Damit ruht in den 18 heimischen Montagewerken, in denen sowohl Toyota- als auch Lexus-Modelle zusammengebaut werden, weiter die Fertigung. Konkurrent Honda will die Produktion noch mindestens bis zum Wochenende ruhen lassen. Nissan plant, eine nur 50 Kilometer vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima entfernte Anlage bis Anfang Juni wieder hochzufahren.

Rückkehr zur Normalität wird dauern

Toyota habe Schwierigkeiten, Bauteile von Zulieferern zu bekommen, sagte ein Konzernsprecher. Die Rückkehr zum Produktionsniveau vor dem Jahrhundertbeben werde wohl noch länger dauern. Lediglich in zwei Werken läuft eine begrenzte Zahl von Hybrid-Modellen wieder vom Band, darunter der Verkaufsschlager Prius. Hier kämen gelagerte Autoteile zum Einsatz. Außerdem hätten sich einige Zulieferer bereits wieder erholt, erläuterte das Unternehmen.

Die japanischen Produktionsausfälle als Folge des Jahrhundertbebens und des verheerenden Tsunamis werden mittlerweile branchenweit auf 400.000 Fahrzeuge geschätzt.

Im Sommer könnten sich die Ausfälle weiter erhöhen. Falls der Energieversorger Tokyo Electric Power (Tepco) die ausgefallene Stromversorgung nicht zügig ausgleiche, könnte der Staat den Stromverbrauch der Industrie begrenzen, sagte ein Regierungsvertreter, der nicht genannt werden wollte. Damit könnte als letztes Mittel verhindert werden, dass es etwa in Tokio zu Stromausfällen komme, wenn im Sommer aufgrund der Klimaanlagen die Stromnachfrage nach oben schnelle.

(APA/Ag.)