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Stoiber-Tochter unter Plagiatsverdacht

StoiberTochter unter Plagiatsverdacht
(c) Dapd (Johannes Simon)
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Die 33-jährige Veronica Saß soll weite Teile ihrer Dissertation abgeschrieben haben. Laut der Seite VroniPlag hat sie über fast 40 Seiten durchgängig von einem anderen Aufsatz kopiert.

Eine Plagiatsaffäre jagt die nächste. Nach dem deutschen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist nun die Tochter des ehemaligen bayerischen CSU-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber ins Visier der Plagiatsjäger geraten. Wie das Münchner Boulevardblatt "Abendzeitung" berichtet, soll die 33-jährige Veronica Saß, die 2008 an der Uni Konstanz in Rechtswissenschaften promovierte, Teile ihrer Dissertation abgeschrieben haben.

Glaubt man der Seite VroniPlag, wo die Dissertation nach dem Vorbild im Fall Guttenberg untersucht wird, soll Saß über fast 40 Seiten durchgängig einen anderen Aufsatz kopiert haben. Laut aktueller Recherche fänden sich auf rund 90 Seiten der Arbeit "Regulierung im Mobilfunk" Plagiate, das sind rund 25 Prozent der gesamten Dissertation. Einmal habe Saß sogar die Fußnote aus dem Original mitkopiert.

Uni zieht Konsequenzen

Die Uni Konstanz, wo Saß promoviert hat, zieht bereits Konsequenzen - wenn auch der Name Saß nicht explizit fällt. "Eine rechtswissenschaftliche Doktorarbeit" sei dem zuständigen Promotionsausschuss vorgelegt worden, dieser habe "mit einer umfassenden Prüfung der Arbeit begonnen", so die Universität in einer Aussendung. Die Urheberin sei aufgefordert worden, sich zu den Tatsachen zu äußern. Die Arbeit von Saß erschien 2009 im LIT-Verlag, sie ist als Volltext bei Google-Buchsuche abrufbar.

Für den als "Plagiatsjäger" bekannten österreichischen Medienwissenschafter Stefan Weber ist der Fall Saß der Beweis für die Wirksamkeit der Plagiats-Wikis, deren erstes im Fall Guttenberg gestartet wurde. Im aktuellen Fall habe die Netzgemeinde in nur einer Nacht auf 47 Seiten der Dissertation Plagiatsstellen gefunden, und auf der Seite VroniPlag dokumentiert, schreibt er in seinem Blog.

(beba)