Nach Beben: Toyota-Absatz bricht um 46 Prozent ein

FILE - In this March 28, 2011 file photo, new vehicles damaged by the March 11 tsunami waters sit lin
(c) AP (Wally Santana)

Im März ist der Autoabsatz in Japan um mehr als 35 Prozent eingebrochen. Branchenführer Toyota erwischte es besonders schlimm.

Im Erdbeben-Monat März ist der Autoabsatz in Japan um mehr als 35 Prozent eingebrochen. Das teilte der Verband japanischer Autohäuser am Freitag mit. Ohne Berücksichtigung von Kleinwagen der Klasse bis 660 Kubikzentimeter Hubraum sank der Absatz im Vergleich zum Vorjahr sogar um 37 Prozent auf knapp 280.000 Fahrzeuge.

Branchenführer Toyota musste - ohne Berücksichtigung seiner Marke Lexus - einen Rückgang von fast 46 Prozent hinnehmen. Nissan brachte 37,7 Prozent weniger Fahrzeuge an die Kunden, Honda Motor verbuchte einen Rückgang von 28,3 Prozent.

Der Absatz von Personenwagen ging laut der Statistik am stärksten zurück, und zwar um 39,5 Prozent. Die Lastwagenverkäufe sanken um 11 Prozent. Am härtesten traf es Toyota und Mitsubishi: Der Absatz des Marktführers sank im Vergleich zum Vorjahr um rund 46 Prozent auf 111.000 Fahrzeuge, Mitsubishi büßte 48 Prozent ein. Nissan und Mazda verbuchten Rückgänge von je 38 Prozent, Honda von 28 Prozent. Der Verkauf von Kleinstwagen wurde in der Statistik nicht berücksichtigt.

Toyota reagiert mit Preiserhöhungen

Auf den noch immer hohen Kurs des Yen reagiert Toyota mit Preiserhöhungen für die meisten US-Modelle: 24 Toyota-, Scion- und Lexus-Fahrzeuge kosten künftig zwischen 200 und 900 Dollar mehr, wie Toyota in Kalifornien mitteilte. Die Spanne für die Aufschläge reicht demnach von 1,2 bis 2,2 Prozent. Im Schnitt liegt die Erhöhung bei 1,7 Prozent. Ein fünftüriger Prius beispielsweise, der bisher 21.650 Dollar (15.239 Euro) kostete, soll demnächst für 22.120 Euro verkauft werden. Die Preiserhöhungen gelten ab Mai.

Katastrophen werden Bilanzen belasten

Toyota räumte unterdessen ein, dass die Folgen der verheerenden Naturkatastrophen die Bilanzen des Unternehmens belasten dürften. Das Ausmaß sei aber nicht abzuschätzen, sagte Toyota-Präsident Akio Toyoda. Diese Frage stünde derzeit aber auch nicht im Mittelpunkt. Vielmehr richte sich das Interesse auf das Schicksal der Opfer.

Wegen der Produktionsausfälle in Folge von Erdbeben und Tsunami hatte Deutsche Securities die Prognose für Toyotas operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr um 84 Prozent auf 1,7 Mrd. Dollar (1,197 Mrd. Euro) gesenkt.

(Ag.)