Türkei: Nächster Immobilien-Hotspot?

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Wirtschaftswachstum und Bevölkerungszuwachs prägen den Markt am Bosporus.

Aufbruchstimmung. Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum der Türkei betrug zwischen 2002 und 2008 sechs Prozent pro Jahr. 2009 kam ein Einschnitt mit einem Minus von 4,7Prozent. Doch 2010 konnte man bereits wieder ein Plus von 7,4 Prozent verzeichnen. Für heuer werden 4,1 Prozent prognostiziert, sagte Wolfgang Richter, Geschäftsführer RegioPlan Consulting beim Immo-Round-up von Wolf Theiss zum Thema Immobilienmarkt und Immobilienrecht in der Türkei.

Dabei soll das Land die höchsten Bevölkerungszuwächse in Europa verzeichnen, aktuell würden 78 Millionen Einwohner gezählt, so Richter. 74 Prozent leben in Städten – neben Istanbul gibt es noch fünf weitere Millionenstädte. Deren Wachstum verlief in den vergangenen 20 Jahren explosionsartig. So zählte Istanbul 1990 noch 6,6 Millionen Einwohner, 2010 waren es bereits 11,2 Millionen. Durch das rasche Wachstum komme die Stadtplanung jedoch zu kurz, erklärt Richter. Auch der öffentliche Verkehr sei mit Problemen behaftet.

 

Chancenreichtum

Betrachte man die Investmenteinheiten, so sehe man hier oft ganze multifunktionale Viertel statt Einzelobjekte. Auch sei der Anteil an inländischen Investitionen sehr hoch. Atilla Öztürk, Astay Yatirim, aus Istanbul meint dazu, dass der Markt sehr lange in türkischer Hand gewesen sei, jedoch seit 2005 zunehmend internationaler werde.

Der Büromarkt sei bisher auf die Städte Istanbul und Ankara fokussiert, es gäbe sicher noch Chancen in den anderen Großstädten, meint Richter. Ebenso bestehe enormer Bedarf an Wohnflächen in den urbanen Regionen. Im Hotelsegment konzentrieren sich bisher die Flächen auf die Mittelmeerküste und Istanbul – Businesshotels in anderen Städten hätten hier etwa noch Aufholbedarf. Im Retailbereich sieht Richter noch eine geringe Dichte an Verkaufsflächen – auch im Verhältnis zur Kaufkraft. Generell bestünden noch sehr große regionale Unterschiede.

Die Türkei sei als Markt attraktiv, doch gebe es auch Risiken wie eine Überhitzung und Blasenbildung. Ein bewährtes Mittel dagegen sei, meint Richter: „Projekte für Endnutzer und nicht für End-Investoren auslegen.“