Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

FDP : Rösler soll Westerwelle ablösen

Roesler soll Westerwelle abloesen
FDP : Rösler soll Westerwelle ablösen(c) REUTERS (TOBIAS SCHWARZ)
  • Drucken

Ein Rückzug Westerwelles vom Parteivorsitz der deutsche Liberalen wird immer wahrscheinlicher. Als Favorit für seine Nachfolge gilt Gesundheitsminister Rösler.

Der Machtkampf an der Spitze der deutschen Liberalen treibt auf eine rasche Entscheidung zu. Ein Rückzug von Vizekanzler und Außenminister Guido Westerwelle vom Parteivorsitz wird immer wahrscheinlicher. Das FDP-Präsidium wird aller Voraussicht nach bereits am Montag die Weichen für den personellen Umbau stellen.

Als Favorit für die Westerwelle-Nachfolge gilt Gesundheitsminister Philipp Rösler. Nach Angaben der Zeitung "Die Welt" erwägt der 38-Jährige, auf dem Bundesparteitag Mitte Mai in Rostock zu kandidieren. Hinter seiner Bewerbung stünden Mehrheiten in den starken Landesverbänden Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Auch Generalsekretär Christian Lindner, der ebenfalls als möglicher Nachfolger gehandelt wurde, unterstütze Rösler, berichtete das Blatt.

"Personelle und inhaltliche Neuaufstellung"

"Dass sich am Montag nichts ändert, wird die Partei nicht akzeptieren", sagte der nordrhein-westfälische FDP-Vorsitzende Daniel Bahr der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er rechne mit einer "personellen und inhaltlichen Neuaufstellung". Dabei gehe es nicht allein um den Bundesvorsitzenden. Es sei "essenziell erforderlich, mit neuen Gesichtern für Glaubwürdigkeit, Kompetenz, Respekt und Sympathie zu werben", sagte Lindner am Samstag auf einem FDP-Bezirksparteitag in Köln.

Auch nach den Worten von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kann die FDP nur mit einer inhaltlichen und personelle Neuausrichtung Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Auf dem Landesparteitag der FDP Mecklenburg-Vorpommerns in Klink an der Müritz wies sie zugleich eigene Ambitionen auf den Parteivorsitz indirekt zurück. "Ich biete an, mich im Team einzubringen, ich war immer eine Teamplayerin", sagte die bayerische FDP-Landeschefin.

Unklar sei laut "Die Welt" noch, ob Rösler als Parteichef Gesundheitsminister bleiben wolle oder in ein anderes Ressort wechseln würde. Infrage käme etwa das bisher von seinem Parteifreund Rainer Brüderle, dem zurückgetretenen rheinländisch-pfälzischen Landesparteichef, geleitete Wirtschaftsministerium. Am Freitag war bekanntgeworden, dass Westerwelle unter massivem Druck aus der Partei seinen Rückzug als FDP-Chef erwägt - wenn er Außenminister und Vizekanzler bleiben kann. Es gebe bisher aber dazu "weder eine Entscheidung noch eine Vorentscheidung", sagte ein Vertrauter Westerwelles der Deutschen Presse-Agentur. Nach dem Wahlfiasko in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz waren immer mehr Landesverbände von Westerwelle abgerückt.

Nach Ansicht von Grünen-Chef Cem Özdemir sollte Westerwelle auch als Außenminister zurücktreten. Der Zeitung "Bild am Sonntag" sagte Özdemir: "Als Parteivorsitzender macht er sicherlich einen besseren Job als im Auswärtigen Amt."

(Ag.)