Talk: Es muss etwas passieren, damit etwas passiert

KarriereTalk muss etwas passieren

Change (engl. für Wechsel) Management: umfassende, übergreifende und inhaltlich weit reichende Veränderung zur Verwirklichung neuer Strategien, Strukturen, Systeme, Prozesse und Verhaltensweisen.

Auf den ersten Blick zeigt das Video eine hübsche junge Japanerin, die mit ihrem Publikum spricht. Auf den zweiten Blick ist sie eine menschengleich gebaute Roboterfrau, überzogen mit hautähnlichem Samtstoff, die als Gesellschafterin für einsame alte Leute engagiert wird. Computer statt Menschen – auch eine Form von Wandel.

Für ihren jüngsten „Karriere Talk“ hat Johanna Zugmann fünf Experten mit denkbar unterschiedlichen Zugängen gemischt. Sie diskutieren, wie sie Veränderung wahrnehmen und in ihrem Bereich leben, über Technologien, Ressourcen und Werte.

 

Christoph Santner,
Zukunftsexperte, Autor und Initiator der Weimarer Festspiele des Denkens


Abgrund. Ich bin heute über den Michaelerplatz gegangen, dort sind 2000 Jahre alte Mauerreste zu sehen. Ich frage mich, was wird man in 2000 Jahren über uns sagen? Allein im letzten Jahr hat ein Vulkan Asche über Nordeuropa regnen lassen, eine Bohrplattform ist explodiert, die Erde bebt an allen Ecken und ein AKW brennt durch. Das sind Eisberge, die uns aushebeln können. Aber wir tun nichts, wir gehen sehenden Auges in den Abgrund. Wie können wir den Kurs um mindestens 90 Grad korrigieren?

Krise. Für mich waren die letzten beiden Jahre gar keine Krise. Ein paar langsame Saurier sind gestorben. Jetzt schießen alle wieder wie Pilze aus der Erde.

Anker. Rettendes sehe ich nur aus einem Wir-Gefühl heraus, aus der Kraft der Communities und dem Open Source-Gedanken.Wikipedia und WikiLeaks wurden nicht gemacht, um Geld damit zu verdienen. Es entstehen Myriaden neuer Initiativen, die nicht nur finanziell interessiert sind, sondern primär einen sozialen Fokus verfolgen. Social Business venture etwa machen vielleicht keinen wirtschaftlichen Return, aber sie lösen ein Problem.

Downsize. Menschen definieren sich neu. Sie fragen sich, brauche ich wirklich das nächste neue Auto?
 
Wichtigste Frage eines Arbeitnehmers an einen potentiellen Arbeitgeber. Was sind die Lösungen in Ihrem Unternehmen, nicht die Probleme? Was kann ich dazu beitragen?



Elisabeth Mattes, Konzernsprecherin Telekom Austria (in Vertretung von Generaldirektor Hannes Ametsreiter)

Technologie. Die Umstürze in Nordafrika basieren auf Facebook – was war zuerst, der Wille zur Demokratisierung oder die technologische Plattform? Hat Telekom eine ähnliche Aufgabe beim Kommunizieren von Veränderungen: Wissen zu vermitteln und den Zugang zur Information zur Verfügung zu stellen?

Ressourcen. Ich will endlich das Wort „Vermeidung“ hören. Dass wir auf die Ressourcen schauen und den Energieeinsatz gewaltig reduzieren. Wann brauchen wir wirklich Energie?

Wandel. Im Kleinen passiert Change überall. In der Telekom müssen wir Kosten senken, weil die Tarife immer billiger werden. Daher weichen wir auf Videokonferenzen aus statt zu fliegen: das verursacht weniger Kosten, braucht weniger Zeit, verbraucht weniger Umweltressourcen.

Downsize. Wir brauchen einfachere Abläufe, weniger Kosteneinsatz, einfache Kundenservices. Aus dem Üpppigen heraus schrumpfen wir zusammen, was wir wirklich brauchen und was redundant ist. Die Betriebswirtschaft ist dazu ein wesentlicher Hebel.

Wichtigste Frage eines Arbeitnehmers an einen potentiellen Arbeitgeber. Was ist Ihr Beitrag für die Menschen?

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