Konkrete Tipps für Russland

Wie man im Geschäftsleben reüssiert

Kennenlernen

  • In der direkten Anrede müssen höhergestellte Personen mit Vornamen, väterlichem Namen und Familiennamen angesprochen werden; alle anderen mit Vornamen, aber niemals per Du.
  • Einer Frau darf auch im Geschäftsleben nicht die Hand gereicht werden, das würde ihre Schützhülle durchbrechen.
  • Visitkarten in russischer Schrift werden als wertschätzend interpretiert, englischsprachige als herablassend.
  • Gastfreundschaft wird groß geschrieben. Einen russischen Gast nicht vom Flughafen abzuholen ist brüskierend.
  • Beziehungsaufbau braucht Zeit. Eine Verhandlung nie ohne ausreichendes Kennenlernen starten.

Arbeitsethos

  • Im kommunistischen System war Initiative strafbar. Das merkt man noch heute.
  • In Westeuropa zählt Individualismus. Russland denkt immer noch im Kollektiv. 
  • Anders als Westeuropäer bauen Russen Loyalität nur auf, wenn die Beziehung zum Chef funktioniert. Umgekehrt kommt es leicht zu unliebsamen Überraschungen wie Werkspionage oder Betriebsmittelschwund.

Führung

  • Russische Mitarbeiter brauchen starke direkte Vorgesetzte. In komplexen Strukturen (Matrix-, Netzwerkorganisation)  tun sie sich wegen ihrer Fokussierung auf einen „starken Mann“ schwer. 
  • Frauen führen übrigens ebenso hart und stark wie Männer.
  • Arbeitsteilung erfolgt „diffus“. Strukturierte Prozesse müssen erst gelernt werden.
  • Westeuropäer denken rational, Russen leidenschaftlich-emotional.
  • Konflikte darf es nicht geben, sie wären ein Zeichnen schwacher Führung. Entsprechende Bewerbertests zur Konfliktfähigkeit sind sinnlos.
  • Ähnliches gilt für Fehler. Der gelernte Österreicher steht zu seinen Fehlern, der gelernte Russe würde sein Gesicht verlieren. An etwas Schuld sein ist ganz schlimm.

Retention

  • Russische Mitarbeiter brauchen Risiko und Abwechslung. Sie begeistern sich schnell für neue Ideen, verlieren aber auch rasch das Interesse.
  • Der Westen liebt flache Hierarchien, Russland vielschichtige. Man definiert sich durch Status und Aufstieg. Die Gefahr ist, keine Karriereperspektiven bieten zu können – neue Hierarchiestufen einziehen!

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