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Beschwerden: "I reiß euch allen den Oarsch auf"

Beschwerden:
Beschwerden: "I reiß euch allen den Oarsch auf"Symbolfoto: Grundwehrdiener bei einer Spindkontrolle in der Unterkunft (c) APA (Roland Schlager)
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Die parlamentarische Bundesheerkommission ist im Vorjahr erneut zahlreichen Beschwerden nachgegangen - die Höhepunkte der Entgleisungen beim Heer.

26 der Beschwerden wurden im Zusammenhang mit Beschimpfungen eingebracht, 23 wegen unzureichender ärztlicher Betreuung. 22 richteten sich gegen Missstände im Rahmen der Ausbildung. Im Folgenden einige im Bericht angeführte Beispiele ...

Beschimpfungen:

Unteroffiziere forderten laut Bericht diszipliniertes Verhalten von Grundwehrdienern regelmäßig mit "Äußerungen" wie den folgenden ein: "I reiß euch alle miteinander den Oarsch auf!", "I zah' eam persönlich auf den Eiern durch den Ort!", "Es seids solche Hurenkinda! Wisst's des?", "Rekrut Dämlich".

Gegenüber einem Rekruten mit ägyptischem Migrationshintergrund gebrauchte der Zugskommandant laut Bericht häufig den Ausdruck "Kameltreiber". Die Kanzlei, in der der Rekrut als Schreiber tätig war, betrat der Zugskommandant mit der Begrüßungsformel: "In dieser Kanzlei stinkt's wie in einem arabischen Puff!"

Schikanen:

Ein Gruppenkommandant "schupfte" laut Bereicht einen Feldschuh in Richtung eines am Bett liegenden Rekruten und traf diesen am Kopf. Grund für die Aktion war, dass der betroffene Rekrut im Rahmen der "Tagwache" nicht sofort aufgestanden war.

Unzureichende ärztliche Betreuung:

Aufgrund einer Fehleinschätzung eines Truppenarztes wurde einem am Unterarm verletzten Soldaten der Gang zur Röntgenuntersuchung trotz starker Schmerzen und der Bitte um diese Untersuchung verwehrt. Fünf Tage später meldete sich der Soldat erneut, erst danach wurde eine Untersuchung im Heeresspital durchgeführt. Dabei wurde dann der Bruch des Speichenknochens festgestellt.

(APA)