Laut Finanzmarktaufsicht wird beim Test die Staatshilfe berücksichtigt. Analysten gehen davon aus, dass nun auch das Volksbanken-Spitzeninstitut ÖVAG die Belastungsprobe bestehen wird.
Wien/Bloomberg/Höll. Österreichs Großbanken können aufatmen. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat am Montag klargestellt, dass beim diesjährigen Stresstest, der in allen EU-Ländern durchgeführt wird, die Staatshilfe in vollem Umfang berücksichtigt wird. Analysten gehen davon aus, dass nun auch das Volksbanken-Spitzeninstitut ÖVAG die Belastungsprobe bestehen wird. Die ÖVAG wird heuer zum ersten Mal unter die Lupe genommen.
Während Erste Bank, Bank Austria und Raiffeisen auch während der Finanzkrise Gewinne erwirtschafteten, kämpfte das Volksbanken-Institut mit Problemen. Wie die Hypo Alpe Adria konnte es zuletzt keine Zinsen für die Staatshilfe zahlen. Um die Krise zu bewältigen, hatte die ÖVAG vom Bund eine Mrd. Euro erhalten. Laut einer Mitteilung der Ratingagentur Fitch machte das Staatsgeld zuletzt 39Prozent am Gesamtkapital der ÖVAG aus.
Neben dem Staat haben sich einige Banken auch von privaten Investoren Partizipationskapital (stimmrechtslose Aktien) geholt. Dieses werde laut FMA beim Stresstest zunächst keine Berücksichtigung finden. Sollte eine Bank aber im schlimmsten Szenario unter eine Kernkapitalquote von fünf Prozent fallen, würde die Quote unter Einbeziehung des privaten Partizipationskapitals neu berechnet.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.04.2011)