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EU Battlegroup: Planung für Einsatz in Libyen

(c) EPA (Kevin Capon)
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Italien übernahm das Kommando für den Hilfseinsatz, zwei Soldaten aus Österreich sind dabei. Die Mission „Eufor Libya“ wurde am 1.April vom EU-Ministerrat in Gang gesetzt.

Wien/Red. Die Kampftruppen der EU, Battlegroups genannt, stehen vor ihrem ersten Einsatz zur militärischen Sicherung eines humanitären Hilfseinsatzes: Die Mission „Eufor Libya“ wurde am 1.April vom EU-Ministerrat in Gang gesetzt. Seither erarbeitet der bereits bestellte italienische Konteradmiral, Claudio Gaudiosi, an den Details. Österreich schickt vorerst zwei Verbindungsoffiziere nach Rom, eine Aufstockung auf zehn Offiziere ist möglich. Offiziell abgesegnet wird der Einsatz im heutigen Ministerrat in Wien und im Laufe der Woche durch den Hauptausschuss des Parlaments.

 

Evakuierung in Misrata?

Der Grund für den Einsatz ist die Unterstützung des UNO-Büros für humanitäre Angelegenheiten (Ocha) zum Beispiel bei der sicheren Evakuierung umkämpfter Gebiete von Flüchtlingen. Möglich ist auch ein Einsatz in der heftig umkämpften Küstenstadt Misrata, die seit mehr als einem Monat von Gaddafi-Truppen belagert wird. Die Bevölkerung lebt ohne Strom und Wasser, Heckenschützen sollen laut UNO sogar Kinder beschossen haben.

Die Battlegroups der EU existieren seit vier Jahren. Sie bestehen aus zwei Kampftruppen mit jeweils 1500 bis 2500 Mann, die sich immer für ein halbes Jahr für Hilfseinsätze zur Verfügung halten und binnen fünf Tagen abmarschbereit sein sollen. Seit Jänner sind erstmals 180 österreichische Soldaten aus zwei Jägerbataillons dabei. Das österreichische Kontingent besteht aus einer gepanzerten Infanteriekompanie und arbeitet mit Schweden, Finnen, Norwegern, Esten und Iren zusammen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.04.2011)