Deutschland: Imame sollen als Religionslehrer arbeiten

Deutschland Imame sollen Religionslehrer
(c) EPA (MANUEL BRUQUE)

Bildungsministerin Schavan schlägt vor, islamische Geistliche ähnlich wie christliche Pfarrer zum Religionsunterricht zuzulassen. Sie sollen aber zuvor eine Ausbildung an einer deutschen Uni absolviert haben.

Die deutsche Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat vorgeschlagen, islamische Geistliche ähnlich wie christliche Pfarrer zum Religionsunterricht an Schulen zuzulassen. Sie könne sich vorstellen, dass Imame ebenso wie christliche Theologen mit einer halben Stelle eine "Anstellung in der Schule finden", sagte Schavan in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Wochenzeitung "Die Zeit". Die Imame müssten vor der Entsendung an Schulen aber eine akademische Ausbildung an einer deutschen Universität absolviert haben.

Von den neuen Studiengängen für islamische Theologie an deutschen Universitäten forderte Schavan eine streng wissenschaftliche Ausrichtung. "Wissenschaftliche Qualität ist durch Bekenntnis nicht ersetzbar", sagte sie. Mit Unterstützung von Schavans Ministerium entstehen derzeit an den Universitäten Tübingen, Erlangen und den Doppelstandorten Osnabrück/Münster sowie Frankfurt/Gießen vier neue Institute für islamische Studien.

Schavan sagte in dem Interview, sie fasziniere am Islam "die selbstbewusste Weise, die eigene Frömmigkeit zu leben". Manche Christen würden bereits "ein Anzeichen von Fundamentalismus" darin sehen, in der Öffentlichkeit zu beten. "Dass Muslime ihre Religion nicht meinen verstecken zu müssen", gefalle ihr. Kritik äußerte Schavan an der Tendenz des Islam, die Religion zu politisieren.

(APA/AFP)