Besser könnte es für den FPÖ-Chef nicht laufen: ein Harmonie-Fan als Vizekanzler.
ANALYSESchon bisher hatte FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache leichtes Spiel: Ein paar populistische Sprüche reichten, um im Vergleich mit der Regierung gut dazustehen. Nun wird es noch einfacher. Denn Kanzler Werner Faymann und der neue Vize, Michael Spindelegger, könnten auch gemeinsam als Regierungs-Teddybären auftreten: lieb und knuddelweich, aber doch ohne eigene Persönlichkeit. Treuherzig schauen wird jedenfalls zu wenig sein, um Strache in die Schranken zu weisen.
Auch besteht die Gefahr, dass SPÖ und ÖVP bei zwei harmoniesüchtigen Parteichefs für viele Wähler noch weniger unterscheidbar wirken. Das hilft wiederum dem FPÖ-Chef, der sich mit simpler Kritik an der Regierung im Wahlkampf leicht positionieren kann.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.04.2011)