Das europäische Börsenumfeld gestaltete sich zum Wochenausklang ohne klare Richtung. Als Belastungsfaktor zählten Börsianer die Abstufung der Kreditwürdigkeit Irlands um zwei Stufen durch die Ratingagentur Moody's
Die Wiener Börse hat sich am Freitag im frühen Handel bei schwachem Anfangsvolumen mit gut behaupteter Tendenz gezeigt. Nach Ablauf der meisten Eröffnungsauktionen wurde der ATX um 9.45 Uhr mit 2845,38 Punkten nach 2843,68 Einheiten am Donnerstag errechnet, das ist ein Plus von 1,7 Punkten bzw. 0,06 Prozent.
Das europäische Börsenumfeld gestaltete sich zum Wochenausklang ohne klare Richtung. Als Belastungsfaktor zählten Börsianer die Abstufung der Kreditwürdigkeit Irlands um zwei Stufen durch die Ratingagentur Moody's. Mit Spannung werden am Vormittag die Inflationsdaten aus der Eurozone erwartet. Die Verbraucherpreise dürften im März Prognosen zufolge um 1,3 Prozent auf Monatssicht gestiegen sein.
Für das Tagesgespräch in Wien sorgte das geplatzte Börsendebüt der Isovoltaic. In letzter Minute sagte der Solar-Zulieferer am Donnerstag seine Jungfernfahrt an der Wiener Börse ab. Das Unternehmen sieht "die jüngsten Entwicklungen auf dem europäischen IPO-Markt" dafür verantwortlich, für Anlegerschützer Wilhelm Rasinger war indessen der Ausgabepreis "überzogen" und die "Risiken nicht ausreichend" erklärt. Die Isovoltaic reiht sich somit in die Riege der abgesagten Börsengänge aus der europäischen Solarbranche ein. So brachen die dänische Scan Energy in Frankfurt, sowie die spanischen Konzerne Grupo T-Solar Global und Renovalia Energy ihre IPOs im Jahr 2009 ab.
Unter den Wiener Schwergewichten konnten Erste Group Kursgewinne von 0,21 Prozent auf 35,71 Euro und Telekom Austria ein Plus von 0,20 Prozent auf 10,20 Euro verbuchen. voestalpine ließen indessen um 0,37 Prozent auf 32,57 Euro nach. Ab Montag gewinnt der prime market mit der Aktie des Faserherstellers Lenzing ein neues Mitglied. Die Titel wurden bisher im standard market continuous gehandelt und werden mit einer Marktkapitalisierung von mehr als zwei Milliarden Euro zu den größeren Unternehmen im Elite-Segment der Wiener Börse gehören.
Nach einem positiven Analystenkommentar waren Aktien des Kartonherstellers Mayr-Melnhof gut gesucht. Die Wertpapierexperten der UniCredit haben die Aktien von "hold" auf "buy" hochgestuft, berichtete der Finanzdienstleister Bloomberg. Die Aktien der Mayr-Melnhof stiegen um 0,48 Prozent auf 80,98 Euro. An der Spitze der Kurstafel stiegen Intercell um 1,03 Prozent auf 6,27 Euro. Damit trotzte das Papier einer negativen Analystenmeinung der Raiffeisen Centrobank (RCB). Die Experten hatten die Aktie von "buy" auf "hold" abgestuft und das Kursziel von 11,90 auf 6,60 Euro reduziert.
Der ATX Prime notierte bei 1381,89 Zählern und damit um 0,02 Prozent oder 0,29 Punkte höher. Im prime market zeigten sich 14 Titel mit höheren Kursen, 16 mit tieferen und vier unverändert. In vier Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung. Bis 9.45 Uhr wurden im prime market insgesamt 319.311 (Vortag: 368.118) Stück Aktien in Einfachzählung mit einem Kurswert von 11,229 (14,31) Millionen Euro (Doppelzählung) gehandelt.
(APA)