Die Herabstufung von Irland schaft ein uneinheitliches europäisches Umfeld. Papiere von Strabag, OMV und Andritz zeigen sich deutlich im Plus.
Die Wiener Börse hat sich heute, Freitag, am Nachmittag bei schwachem Volumen mit gut behaupteter Tendenz gezeigt. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2844,10 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 0,42 Punkten bzw. 0,01 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +0,27 Prozent, FTSE/London +0,20 Prozent und CAC-40/Paris -0,29 Prozent.
Die europäischen Aktienmärkte haben sich zum Wochenschluss auf keine einheitliche Richtung einigen können. Als Belastungsfaktor zählte Marktteilnehmern zufolge die Abstufung der Kreditwürdigkeit Irlands durch die Ratingagentur Moody's. Zudem verwiesen Händler auf die besorgniserregenden Inflationsdaten aus China. Der Anstieg der Verbraucherpreise war im ersten Quartal mit 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum der höchste seit fast drei Jahren.
An der Spitze der Kurstafel notierten einige konjunktursensible Aktien. So legten Strabag als stärkster ATX-Wert um 1,59 Prozent auf 22,68 Euro zu, Andritz gewannen 1,12 Prozent auf 67,02 Euro und die OMV-Papiere notierten um 1,10 Prozent fester bei 31,57 Euro. Das Resümee der ersten Börsenwoche fiel für die Alu-Schmiede AMAG bis dato eher verhalten aus. Nach dem misslungenen Börsendebüt verlor die Aktie auf Wochensicht weiter an Boden. Heute Nachmittag tendierten sie allerdings um 0,98 Prozent fester bei 17,57 Euro.
Die Immofinanz stellt ihren Aktionären wieder steigende Dividenden in Aussicht. Unternehmenschef Eduard Zehetner plant dieses Jahr eine Dividende von zehn Cent je Aktie, 15 Cent im kommenden Jahr und danach 20 Cent. Seine Zuversicht stützt der Manager auf die Markterholung in den für das Unternehmen wichtigen Immobilienmärkten im Osten Europas und in Österreich. Die Titel stiegen um 0,26 Prozent auf 3,09 Euro.
Mangels fundamentaler Unternehmensnachrichten rückten zahlreiche Analystenmeinungen in den Blickpunkt. Die UniCredit hat ihren vierteljährlichen "Austrian Equity Scout" veröffentlicht und die Kursziele zahlreicher heimischer Konzerne überarbeitet. Kurszielreduktionen gab es für BWT, Intercell, KTM, RHI und den Flughafen Wien. Für Rosenbauer und Wolford wurden die Kursziele indes nach oben revidiert. Zudem sprachen die Wertpapieranalysten für Mayr-Melnhof eine neue Kaufempfehlung aus.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX gegen 13.14 Uhr bei 2856,88 Punkten, das Tagestief lag um 10.00 Uhr bei 2.837,22 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Plus von 0,01 Prozent bei 1.381,80 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market 17 Titel mit höheren Kursen, 18 mit tieferen und zwei unverändert. In einer Aktie kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 2.420.445 (Vortag: 2.453.975) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 85,406 (91,98) Millionen Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 288.676 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 20,48 Millionen Euro entspricht.
(APA)