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Lasst Fekter und ihr Team arbeiten

Michael Spindelegger wird jenen Rat beherzigen müssen, den man einst Alfred Gusenbauer gegeben hat.

Dass der Ödbär aus der Hinterbrühl kein Vote-Getter ist, dürfte sich herumgesprochen haben. Auf den politischen Aktienmärkten, jenen der Umfrage-Institute, ist der Kurs der ÖVP nach dem Obmannwechsel eingebrochen. Auf nur noch 21 bis 23 Prozent kommt sie in einer Befragung des Imas-Instituts im Auftrag der „Krone“, bei Market im „Standard“ liegt sie ebenso bei 22 Prozent. Ein historischer Tiefstand. Man darf darauf wetten: Eine Mitterlehner-ÖVP hätte besser abgeschnitten.

„Put him in a team“, hatte US-Spin-Doctor Stanley Greenberg einst den Genossen in Bezug auf Alfred Gusenbauer empfohlen. Auch die ÖVP sollte sich nun an diesen Rat halten. Und Michael Spindelegger scheint – wie es aussieht – immerhin so uneitel und klug zu sein, das selbst zu beherzigen.

Maria Fekter zur Finanzministerin aufzuwerten ist in diesem Sinne keine schlechte Idee. Sie ist seit Jahren eine berechenbare Konstante in der Partei, eine mit Durchsetzungskraft und – wie im Fall Arigona – auch mit Leidensfähigkeit. Sie hat ihren bisherigen Job so erledigt, wie man sich das von einem Innenminister erwartet. Mit der gebotenen Härte – mit einem Rest Fingerspitzengefühl. Wird man von links und rechts kritisiert, von den Grünen wie von der FPÖ, dann kann man nicht allzu viel falsch gemacht haben.

Zudem könnte Maria Fekter selbst so der ihr zugeschriebenen Eindimensionalität entkommen. Kommt sie doch nicht – wie mancher annehmen möchte – aus der Polizeiakademie, sondern vom Wirtschaftsflügel ihrer Partei. Die Juristin war Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium und später Vorsitzende des Justizausschusses im Parlament.

Ein wenig eigenartig muten allerdings die kolportierten Bestrebungen Michael Spindeleggers an, Klubchef Karlheinz Kopf und Generalsekretär Fritz Kaltenegger abzulösen. So schlecht haben diese ihren Job nicht gemacht. Aber vielleicht fällt dem neuen ÖVP-Obmann ja jemand noch Besserer ein. Hauptsache, er hat ein Team um sich.

 

E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.04.2011)