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Gleichgewicht des Schreckens

Wer ist gefährlicher? Sind es die Links-, sind es die Rechtsextremisten?

Die jüngste Inhaftierung Gottfried Küssels samt eines Mitkämpfers und das Aufdecken eines neonazistischen Netzwerks in Österreich machen einer diesbezüglich eher unbedarften Öffentlichkeit plötzlich schlaglichtartig klar: Die extreme Rechte hat sich von einigen Schlägen erholt, die ihr Exekutive und Justiz zuletzt vor allem in den 1990er-Jahren versetzt hatten. Verfassungsschützer schätzen heute den harten Kern auf bis zu 300Personen. Das ist für eine Acht-Millionen-Wohlstandsdemokratie nicht sehr viel – und dennoch um genau diese 300 zu viel.

Dann und wann mag sich der Eindruck eingeschlichen haben, linksextreme Aktivitäten würden eher als Gefahr gesehen werden. Spätestens jetzt wissen wir: Verfassungsschützer sind doch nicht auf einem Auge sehbehindert. Und es gelingt ihnen, Täter auch im Internet, auch mit den bereits jetzt zur Verfügung stehenden, angeblich unzureichenden Mitteln zu überführen. Zumindest das beruhigt.

 

dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.04.2011)