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Investoren spekulieren auf Silberpreis von 50 Dollar

(c) AP (MICHAEL PROBST)
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Angst vor Wirtschaftsabschwung lässt den Goldpreis von einem Rekordhoch zum anderen schwingen. Der Silberpreis nähert sich seinem nominellen Allzeithoch von 50 Dollar. Danach könnte es aber rasch bergab gehen.

London/Bloomberg/B.l. Die Angst vor Wirtschaftsabschwung und Inflation lässt die Preise von Gold und Silber weiter steigen, während die Nachfrage nach anderen Rohstoffen (Platin, Palladium, Öl) bereits ein wenig nachlässt.

Der Silberpreis kletterte am Montagmorgen auf über 43,37 Dollar je Unze und erreichte damit den nächsten (nominellen) Dollar-Höchststand seit 1980– in diesem Jahr war der Silberpreis auf 50,35 Dollar hochgeschnellt. Die Investoren wappneten sich nun für einen Angriff auf die 50-Dollar-Marke, meint Matt Zeman von Kingsview Financial in Chicago. Die Zahl der kleineren Spekulanten (mit weniger verfügbarem Kapital im Vergleich zu Hedgefonds und anderen Großinvestoren) im New Yorker Silber-Future hat sich seit einem Jahr verdoppelt. Auch die Tatsache, dass die Mindestsicherheitsleistung für einen Kontrakt über 5000 Unzen um 75 Prozent gestiegen ist, konnte sie bis dato nicht abschrecken.

 

Ölpreis sinkt leicht

Ihre Nachfrage dürfte erst dann sinken, wenn die Sicherheitsleistung um weitere 15 Prozent ansteigt. „Für eine weitere Preiserhöhung müssten neue Käufer in den Markt kommen“, sagt Zeman. Doch wenn die Sicherheitsleistung steige, müssten oft Positionen verkauft werden, um die Quote zu decken, was den Verkaufsdruck erst recht erhöhe.

Auch der Goldpreis ist am Montag auf ein neues Rekordhoch von 1488 Dollar je Unze geklettert. „Die Haupttriebkräfte sind die Unsicherheit in der Eurozone und die Inflationssorgen in Asien“, sagte David Thurtell, Leiter der Metallanalyse bei der Citigroup in Singapur. Mit den anderen Rohstoffen ging es seitwärts: Die Preise für Platin und Palladium veränderten sich kaum, am Ölmarkt sanken die Preise erstmals seit vier Tagen.

Der Juni-Terminkontrakt der Sorte WTI gab um 0,6 Prozent auf 109,54 Dollar je Barrel (159 Liter) nach, die Nordseesorte Brent verbilligte sich auf 122,99 Dollar. Der saudische Ölminister Ali al-Nai hatte erklärt, es gäbe eine ausreichende Ölversorgung, der Markt sei „überversorgt“. „Ein wichtiger Ölanbieter wird sich nicht so äußern, es sei denn, die Preise sollen sinken“, sagte Jonathan Barratt, Managing Director bei Commodity Broking Services in Sydney.

Langfristig orientierte Anleger sollten bei Rohstoffen auf einen günstigeren Einstiegszeitpunkt warten. Nur bei Gold und Silber meinen viele Analysten, dass der Anstieg sich kurzfristig noch eine Weile fortsetzen könnte. Wer Zertifikate oder „Exchange Traded Commodities“(ETC) erwirbt – Wertpapiere, deren Kursentwicklung an den Gold- und Silberpreis gebunden ist– sollte auf die Höhe der Gebühren achten sowie darauf, ob das Papier mit physischem Gold und Silber unterlegt ist.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.04.2011)