Kaufkraft erhalten: Dividende kann Inflation auslöschen

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Aktien sind im aktuellen Umfeld interessant: Warum man sich mit dividendenstarken Unternehmen besser vor der Inflation schützen kann als mit dem Sparbuch und warum sie derzeit auch Staatsanleihen stadt halten.

Wien. Die Anleger befinden sich derzeit in einem kleinen Dilemma. Trotz steigender Zinsen vernichtet man mit einem Sparbuch den Wert seines Geldes. Mit populären Anlageklassen wie den klassischen Lebensversicherungen wird man auch alles andere als glücklich. Und sichere Staatsanleihen werden in den nächsten Jahren viel weniger Ertrag abwerfen. Vielleicht so wenig, dass man nicht einmal die Inflation abdecken kann.

Was bleibt sonst noch übrig? Riskantere Anlagen, wobei man das Risiko einschränken sollte. Diese Funktion erfüllen dividendenstarke Aktien derzeit am besten. Man kann einerseits von Kursgewinnen profitieren. Andererseits dient eine hohe Dividende als kleiner Sicherheitspolster. Wenn man sich derzeit die Aktie der Telekom Austria (ISIN: AT0000720008)kauft, bekommt man im Mai eine Dividende von 0,75 Euro. Der aktuelle Kurs notiert bei knapp zehn Euro. Somit ergibt sich eine Dividendenrendite (Dividende mal 100 dividiert durch Aktienkurs) von fast 7,5Prozent. Das heißt, die jährliche Verzinsung (wenn Kurs und Dividende gleich bleiben) liegt deutlich über sieben Prozent.

Oder mit anderen Worten ausgedrückt: Die Aktie könnte in den nächsten eineinhalb Jahren um elf Prozent an Wert verlieren, um nominell keinen Verlust zu machen (dabei wird angenommen, dass die Dividende im nächsten Jahr laut Bloomberg-Schätzung leicht angehoben wird; Kapitalertragssteuer auf Dividende wurde in der Kalkulation berücksichtigt). Wenn man annimmt, dass die Inflation in den nächsten eineinhalb Jahren bei 2,5Prozent liegt, könnte die TA-Aktie um mehr als sieben Prozent fallen, um zumindest die Kaufkraft des Geldes zu erhalten (siehe Grafik).

Auch die Dividenden der Post(AT0000APOST4) oderdes Versorgers E.ON (DE000ENAG999)bieten eine gute Grundlage, um das Geld in den nächsten 1,5 Jahren vor der Inflation zu schützen. Die Aktienkurse der beiden Firmen könnten um 6,4 bzw. sechs Prozent zurückgehen, ohne dass der Anleger einen Kaufkraftverlust erleidet. Sofern die beiden Unternehmen natürlich die Dividenden für 2010 und 2011 in jener Höhe ausschütten, wie sie von den Analysten prognostiziert werden.

Aus diesen Beispielen erkennt man, dass die Dividende eine große Rolle für die Vermögenssicherung spielt. Zum Vergleich: Mit einem Sparbuch(Laufzeit 1,5 Jahre, Zinssatz p.a. zwei Prozent) erleidet man einen sicheren Kaufkraftverlust von 1,47 Prozent.

Aktie besser als Staatsanleihe

Aber nicht nur im Vergleich zum Sparbuch sind dividendenstarke Aktien derzeit attraktiv. Auch dem Vergleich mit sicheren Staatsanleihen halten sie derzeit stand.

Andreas Zoellinger, Fondsmanager beim US-Finanzhaus BlackRock, hält die Deutsche Telekom (DE0005557508) für einen interessanten Titel. Zoellinger prognostiziert für die Aktie über mehrere Jahre eine Dividendenrendite von acht Prozent. Zum Vergleich: Für eine zehnjährige deutsche Staatsanleihe (DE0001135424) gibt es derzeit eine Rendite von nur knapp 3,3 Prozent zu holen. Bei der Telekom-Aktie sind die laufenden Einnahmen für die Anleger also deutlich höher.

Die Deutsche Telekom ist für konservative Investoren deswegen auch interessant, weil es eine defensive Aktie ist. Laut Berechnungen von BlackRock weist die Aktie der Deutschen Telekom ein sogenanntes Beta von nur 0,6 auf. Beta bezeichnet das Marktrisiko. Ein Wert unter eins bedeutet, dass die Aktie nicht die volle Entwicklung des Marktes mitnimmt. In der Finanzkrise wäre man mit der Telekom daher auch etwas besser gefahren. Der Leitindex DAX verlor während der Krise von Sommer 2007 bis März 2009 55 Prozent, die Telekom-Aktie „nur“ 48Prozent. Laut BlackRock müsste daher der Aktienmarkt in den nächsten fünf Jahren um fast 40 Prozent fallen, damit man mit der Deutschen Telekom schlechter fahren würde als mit einer zehnjährigen Bundesanleihe.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.04.2011)

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