Randerscheinung: Nachwuchsmathematik

Nach gut einem Jahr mit dem Nachzügler gibt es eine erste sich schemenhaft andeutende Erkenntnis dieses Experiments zu vermelden. Die da nämlich lautet: Drei Kinder sind um mehr als eines mehr als zwei. Im gängigen Kolumnendeutsch würde man wohl sagen, drei sind gefühlt doppelt so viele wie zwei.

Mindestens. Das liegt sicher zu allererst daran, dass die Kinder in der Familie nun in der Mehrheit sind. Würde man abstimmen, hätte der Nachwuchs immer die Oberhand (ein Glück eigentlich, dass die Kinder schon bisher alles bestimmt haben, so ist die Umstellung wenigstens nicht ganz so groß). Außerdem stößt man zu fünft immer öfter an die Duldungsgrenzen der Umgebung. „Schnell“ einmal „auf einen Sprung“ zu fünft wo vorbeikommen sorgt verständlicherweise nicht immer für ungeteilte Begeisterung. Selbst professionelle Gastgeber reagieren zurückhaltend. Versucht man zum Beispiel, im Internet ein Hotel zu buchen, und gibt einen Jugendlichen, ein Kind und ein Baby als Gäste an, bekommt man die kryptische Antwort, die Zimmer im fraglichen Zeitraum seien „möglicherweise“ schon ausgebucht, man möge sich doch direkt an die Rezeption wenden. Wiederholt man die Eingabe zum Test mit fünf Erwachsenen als potenziellen Gästen, gibt es plötzlich Zimmer in Hülle und Fülle, und man freut sich sogar schon auf den Besuch! Dazu kommt eine Reihe von ganz praktischen Problemen (Bad zu klein, Couch zu klein, Kühlschrank zu klein, Auto zu klein, alles zu klein); vom Finden einer neuen Balance im familiären Mikroklima soll hier gar nicht die Rede sein.

Bleibt also nachwuchsmathematisch die Frage offen, ob vier Kinder vielleicht nur ein halbes mehr als drei wären (wir wären dann also bei viereinhalb) oder eher wie gefühlte acht. Müsste sich nur noch jemand für den Praxistest finden . .

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