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Hackerangriff auf 77 Millionen Sony-Nutzer

(c) REUTERS (THOMAS PETER)
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Beim Angriff auf das Playstation-Network wurden möglicherweise Mio. Kreditkartendaten geklaut. Nicht betroffen sei jedoch der Sicherheitscode auf der Rückseite der Kreditkarten,

Wien/Auer. Seit gut einer Woche sitzen Playstation-Nutzer vor ihren Konsolen und kommen nicht ins Playstation-Network. Auch Sonys Video- und Musikdienst Qriocity ist seit Tagen lahmgelegt. Am späten Dienstag folgte die offizielle Erklärung: Unbekannte hatten sich Zugriff auf persönliche Daten von rund 77 Millionen Nutzern der Netzwerke verschafft, schrieb Sony in Firmenblogs. Nicht nur Namen, Anschrift, Geburtsdatum, Log-in und Passwörter wurden entwendet. Sony kann auch nicht ausschließen, dass im schlimmsten Fall sogar Kreditkarteninformationen widerrechtlich abgerufen wurden. Nicht betroffen sei jedoch der Sicherheitscode auf der Rückseite der Kreditkarten, ohne den man im Internet üblicherweise keine Bestellungen abgeben kann.

Experten sprechen jetzt schon von einem der größten Datendiebstähle in der Geschichte. Die Kosten werden auf 24 Mrd. US-Dollar (16,3 Mrd. Euro) geschätzt. Heimische Kreditkartenfirmen gaben Entwarnung. Bisher sei kein Betrugsfall bekannt.

 

Racheakt aus der Hackerszene?

Die Netzwerke bleiben – zum Ärger der Nutzer – vorerst abgeschaltet, bis „eine komplett neue Sicherheitsstruktur“ aufgebaut ist, ließ ein Sony-Sprecher wissen.

Wer hinter der Attacke steht, ist derzeit unklar. Gerüchten zufolge könnte es sich um einen Racheakt aus der Hackerszene handeln. Sony hatte kürzlich einen Hacker verklagt, der den Schutzmechanismus der Konsole geknackt hatte, sodass auch kopierte Spiele darauf laufen. Die Anleitung dazu veröffentlichte er im Internet. Die Internet-Aktivisten „Anonymus“ hatten zuletzt Stimmung gegen den Konzern gemacht. Mit dem Datenklau wollen sie aber nichts zu tun haben. „Ausnahmsweise waren wir's mal nicht“, sagten sie in einem Blog.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.04.2011)