Otto Klemperer ist in der Erinnerung der Musikfreunde mehrheitlich gespeichert als Dirigent, der sehr langsame, aber höchst korrekte Aufnahmen mit dem Philharmonia Orchestra hinterlassen hat.
Otto Klemperer ist in der Erinnerung der Musikfreunde mehrheitlich gespeichert als Dirigent, der sehr langsame, aber höchst korrekte Aufnahmen mit dem Philharmonia Orchestra hinterlassen hat. Das ist keine falsche, aber eine doch unvollständige Sicht der Dinge. Tatsächlich war Klemperer einer der innovativsten Geister unter den Interpreten klassischer Musik – und beizeiten alles andere als langsam. Der Livemitschnitt der Siebenten Bruckner aus Wien, der eben bei Testament erschienen ist, beweist das. Die Wiener Symphoniker spielen sich da in enorme Höhen musikantischer Freiheit und glühender Auslotung expressiver Inhalte. Was der Musikfreund von dem Tondokument vor allem lernen kann: die enorme Freiheit im Fließenlassen des Tempos, der Atem, der in wachsender Erregung Steigerungsverläufe trägt. Da weht dem Hörer eine Spontaneität und Unmittelbarkeit entgegen, die wir mittlerweile verlernt zu haben scheinen.
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