Erste Bank: Leichter Gewinnanstieg

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Trotz guter Zahlen zeigten sich Anleger von der Erste Bank enttäuscht. Die Analysten von UniCredit nennen die Zahlen „glanzlos“. Die Erste Bank ist in Mittel- und Osteuropa der zweitgrößte Finanzkonzern.

Wien/Höll. Die Erste Bank hat im ersten Quartal 2011 einen Gewinn von 260,6 Mio. Euro erzielt. Dies entspricht einem Plus von zwei Prozent. Grund dafür sind die geringeren Vorsorgen für Problemkredite. In dem Ergebnis sind schon die Belastungen durch die Bankensteuern in Österreich und in Ungarn in der Höhe von 47,9 Mio. Euro enthalten.

Nicht ganz so toll lief es in Ungarn und in der Ukraine. In beiden Ländern fuhr das Institut einen Verlust von 34 Mio. Euro ein. Dennoch ist Erste-Bank-Chef Andreas Treichl davon überzeugt, heuer die Profitabilität deutlich steigern zu können. Auf eine konkrete Prognose ließ er sich aber nicht ein. Analysten trauen dem Institut heuer einen Gewinn von mehr als 1,2 Mrd. Euro zu. Das wäre im Vergleich zu 2010 ein Plus von 200 Mio. Euro.

Die Erste Bank ist in Mittel- und Osteuropa der zweitgrößte Finanzkonzern, auf Platz eins liegt die UniCredit-Tochter Bank Austria. Laut Treichl haben Ungarn und Rumänien weiterhin mit spezifischen Wirtschaftsproblemen zu kämpfen. In beiden Ländern sei mit einem spürbaren Aufschwung nicht vor der zweiten Jahreshälfte zu rechnen. „Dank der starken Performance in Tschechien, der Slowakei und Österreich – also in jenen Ländern, auf die etwa zwei Drittel des gesamten Geschäftsvolumens entfallen – sind wir jedoch überzeugt, dass wir die Profitabilität in diesem Jahr deutlich steigern werden.“ Trotzdem verlor die Aktie am Nachmittag um mehr als zwei Prozent. Analysten hatten für das erste Quartal einen Gewinnanstieg von sieben Prozent erwartet. Die Analysten von UniCredit sprachen von „glanzlosen Ergebnissen“.

Details über eine Rückzahlung des Staatskapitals nannte Treichl nicht. Im Februar hatte er angedeutet, dass ein solcher Schritt noch heuer infrage kommen könnte. Dazu müssten aber erst die neuen Eigenkapitalvorschriften (Basel III) feststehen. Das Regelwerk soll voraussichtlich im Sommer vorliegen. Treichl versicherte aber, dass deswegen keine Kapitalerhöhung notwendig sei.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.04.2011)

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