Booker T. Jones, geboren 1944 in Memphis, war Chef von Booker T. & The M.G.'s, der Hausband des Soul-Labels "Stax". Sein neues Album heißt "The Road From Memphis".
Booker T. Jones feat. Lou Reed: "The Bronx". Ein ungewöhnlicher Gast auf dem schönen, neuen Album des Soul-Gründervaters, auf dem auch Matt Berninger („The National“) und Sharon Jones singen: Lou Reed ist so sehr New York, wie Booker T. (und der Soul, den er geprägt hat) Memphis ist. Obwohl: Er hat schon manchmal – etwa auf „Take No Prisoners“ – gezeigt, dass er Sinn für Soul und Funk hat, auf seine eigene Weise halt, à la New York sozusagen. Er tut es auch hier, bescheiden, fast kleinlaut. Erst lässt Booker T. zwei Minuten lang seine Orgel sprechen, dann erst schaltet sich der alte Lou ein – mit einem Loblied auf die Straße, die in seiner Welt eindeutig keine Landstraße ist, sondern eine Straße in der Vorstadt einer Großstadt, eine Häuserschlucht. Die Bronx habe wie er selbst ihren „flavour from the streets“, singt er: „Come take a trip with me!“ Booker T. fällt mit einer seiner Kirchenliedmelodien ein und begleitet ihn ein Stück. Dann zieht er allein weiter mit seinen schweren Akkorden. Wo ist Lou Reed geblieben? Das soll uns das Video zeigen!
Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Boris Jordan (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 13 Uhr und 14.30 Uhr auf FM4.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.05.2011)