Die „Nussknacker“ ernährten sich fast nur von Gras

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This undated handout photo provided by the Proceedings of the National Academy of Sciences shows the (c) AP (Lutz Blouin)
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Die Analyse von Zähnen von Paranthropus bosei zeigt, dass man von der Form nicht so einfach auf die Funktion schließen kann - er ernährte sich trotz mächtiger Mahlzähne und wuchtiger Kiefer von Gräsern

Einer der ganz frühen Menschen, Paranthropus bosei – er lebte vor zwei bis einer Million Jahren neben unseren Ahnen und starb dann aus unbekannten Gründen aus –, hatte so mächtige Mahlzähne und wuchtige Kiefer, dass die Anthropologen ihn beim Fund 1959 auch „Nussknacker“ nannten: Dieses Gebiss war auf Hartes spezialisiert. Aber vor zwei Jahren kam das Bild ins Wanken, an den Feinstrukturen der Zahnoberflächen fanden sich keine Spuren von Hartem. Alles deutete eher auf Zähes. Allerdings hatte man nur zwei Zähne betrachtet, vielleicht waren es Ausreißer? Nein, Matt Sponheimer (University of Colorado) hat nun viele Zähne auf die eingelagerten Kohlenstoffisotope analysiert, sie zeigen, dass Paranthropus sich zu 77 Prozent von Gräsern ernährte: „Sie ernährten sich nicht wie Affen, sondern wie Zebras und Flusspferde“, erklärt der Forscher und fordert eine Isotopenanalyse auch anderer früher Menschen, deren Ernährung man bisher der Gebissform abgelesen hat (Pnas, 2. 5.). jl

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.05.2011)

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