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Staatsbesuch: Gül erinnert an Waffenbrüderschaft

Gül bei einer Pressekonferenz mit Fischer
(c) REUTERS (Leonhard Foeger)
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Beim Staatsbankett spricht der türkische Präsident über historische Verbindungen mit Österreich. Heinz Fischer ermuntert die Türkei zu Reformen.

Im Werben um Sympathien in Österreich hat der türkische Staatspräsident Abdullah Gül an die historischen Verbindungen zwischen beiden Ländern erinnert. Bei einem von Bundespräsident Heinz Fischer gegebenen Staatsbankett in der Wiener Hofburg Montag abend spielte Gül unter anderem auf den österreichischen Architekten Clemens Holzmeister an, der unter dem türkischen Republiksgründer Mustafa Kemal Atatürk Stadtplaner in Ankara war und dort wichtige Gebäude errichtete.

Im historischen Zeremoniensaal kam der türkische Staatspräsident aber auch auf die Waffenbrüderschaft zwischen Österreich-Ungarn und dem Osmanischen Reich zu zu sprechen. "Unsere Staaten sind im Ersten Weltkrieg eine Schicksalsgemeinschaft eingegangen. Unser Helden, die an der Front in Galizien Schulter an Schulter gekämpft und ihr Leben verloren haben, sind die spirituellen Wächter der Freundschaft zwischen beiden Völkern", sagte Gül in seiner Tischrede laut schriftlicher Übersetzung ins Deutsche.

Fischer: "Zwingen niemanden zur Assimilation"

Fischer beschränkte sich in seiner Rede weitgehend auf die Gegenwart und auf die sich verbessernden wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Beziehungen. Zugleich bekräftigte der Bundespräsident sein Bekenntnis zur Toleranz gegenüber Menschen, die ihre Wurzeln nicht in Österreich haben. Weiters versicherte er: "Wir zwingen niemanden zur Assimilation, wenn wir von Integration sprechen". In Zusammenhang mit den türkischen EU-Ambitionen sagte Fischer, er wolle die Türkei zu weiteren Reformschritten ermutigen. Österreich jedenfalls sei ein berechenbarer Partner in den Verhandlungen.

An dem Staatsbankett nahmen zahlreiche hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens teil. Vertreter von FPÖ und BZÖ boykottierten die Veranstaltung aus Protest gegen die negativen Äußerungen des türkischen Botschafters Kadri Ecvet Tezcan über die österreichische Integrationspolitik.

(APA)