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Tierschützer "total bestätigt": 24 Stunden im Käfig

AKTION GEGEN KÄFIGHALTUNG VON ÖSTERREICHISCHEN ZUCHTSCHWEINEN: BALLUCH
(c) APA/GEORG HOCHMUTH (Georg Hochmuth)

Bestärkt durch die Freisprüche veranstaltet der Verein gegen Tierfabriken seine erste Protestaktion nach dem Prozess. Obmann Balluch bleibt am Stephansplatz einen Tag lang in einem Eisenkäfig.

Zwei Tage nach dem Freispruch im 14-monatigen Tierschützerprozess hat der Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VgT), Martin Balluch, Mittwochmittag am Wiener Stephansplatz seinen Unterschlupf für die nächsten 24 Stunden bezogen. Aus Protest gegen das "Einsperren von Mutterschweinen in enge Eisenkäfige" hat er sich selbst in einem solchen einquartiert und will einen ganzen Tag ausharren. Die Grünen unterstützen die Aktion und appellierten in einer Reaktion für ein Kastenstand-Verbot.

Der VgT gönnt sich keine Pause: "Es gibt viel zu tun" meinte Obmann Balluch zur APA. Er fühle sich durch das Urteil in seinem Weg "total bestätigt" und steckt voller Tatendrang. Der Hauptangeklagte gönnt sich weder Urlaub noch eine Verschnaufpause, sondern fordert "zur Wiedergutmachung des Schadens gegen den Tierschutz ein absolutes Kastenstandverbot".

Konkrete Konsequenzen aus der Anklage und der Unterwanderung im Rahmen der vorangegangenen Ermittlungen will Balluch für seinen Verein nicht ziehen. "Wir bleiben weiterhin allen Menschen gegenüber offen". Selbst die Spitzel hätten die für die Demokratie wichtige Arbeit geleistet.

24 Stunden im Schweine-Käfig

Ziel der Aktion ist laut VgT die Bewusstseinsbildung für die Situation von 300.000 österreichischen Zuchtschweinen, die in diesen körpergroßen Käfigen ihr Dasein fristen. Als Hauptargument für die gängige Praxis wird angeführt, dass die Sau ihre Ferkel ansonsten erdrücken würde. Tierschützer widersprechen diesem Argument und verweisen auf Alternativen.

Bis Donnerstag Mittag will Balluch in der Wiener Innenstadt "hinter Gittern" bleiben, um der Forderung nach einem völligen Verbot der Kastenstände Nachdruck zu verleihen. Einem Verordnungsentwurf des Gesundheitsministeriums zufolge soll eine derartige Haltung auf einen Monat pro Jahr eingeschränkt werden.

Unterstützung der Grünen

Die Grünen nannten die Initiative am Mittwoch in einer Aussendung "eine mutige und drastische Aktion, die eindringlich vor Augen führen wird, dass der Missstand bei der Schweinehaltung sofort abgeschafft werden muss". "Wir fordern die zuständigen Bundesminister Stöger und Berlakovich auf, sich sofort für ein Verbot der Kastenstände einzusetzen und sich nicht von der Schweineindustrie-Lobby über den Tisch ziehen zu lassen", erklärte Christiane Brunner, Tierschutzsprecherin der Grünen.

(APA)