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Okto: „Wien heute“ auf Türkisch

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(c) ORF (Ali Schafler)
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Der Communitysender Okto zeigt mit „Haber Magazin“ ein Best-of der „Wien heute“-Beiträge aus einer Woche auf Türkisch. Man wolle der türkischen Community mit „Haber Magazin“ ein Angebot machen.

Die Zusammenarbeit zwischen dem ORF-Landesstudio Wien und dem Communitysender Okto begann mit einer Einsicht – und einer Absage. Als das Landesstudio vor knapp zwei Jahren durch eine Studie herausfand, „dass uns nicht so viele Menschen mit Migrationshintergrund sehen, wie wir gerne hätten, haben wir beschlossen: Wenn sie nicht zu uns kommen, kommen wir eben zu ihnen“, sagt Brigitte Wolf, ORF-Landesdirektorin Wien. Ursprünglich wollte das staatliche türkische Fernsehen TRT die „Wien heute“-Sendungen untertitelt übernehmen. Als sich die geplante Zusammenarbeit aber nicht ergab, war der nächste naheliegende Partner der nicht kommerzielle Wiener Fernsehsender Okto, der einige mehrsprachige Sendungen im Programm hat.

Wie sieht die Zusammenarbeit aus? Die „Wien heute“-Redaktion stellt ab 15.Mai wöchentlich ein Best-of ihrer Sendungen zusammen, das von der türkischstämmigen Moderatorin Eser Akbaba auf Türkisch moderiert und deutsch untertitelt wird. Die deutsch gesprochenen Beiträge, wie der über den Wiener Töchtertag oder eine erfolgreiche türkische Bäckerei in Hütteldorf, werden türkisch untertitelt. Die 30-minütige Sendung heißt „Wien heute – Haber Magazin“ („Haber“ bedeutet „Nachrichten“ auf Türkisch) und wird zweimal in der Woche– Freitag, 22Uhr und Sonntag, elf Uhr – auf Okto ausgestrahlt, finanziert wird sie vom ORF-Landesstudio.

 

Türkisch der Österreicher aufpolieren

Man wolle der türkischen Community mit „Haber Magazin“ ein Angebot machen, sagt Okto-Programmchefin Barbara Eppensteiner: „Es soll der Gemeinschaft leichter gemacht werden, sich als Teil der Stadt zu sehen.“ Und schließlich soll die Untertitelung nicht nur die Deutschkenntnisse der Österreicher mit türkischem Migrationshintergrund verbessern, „sondern auch den Österreichern dabei helfen, ihre Türkischkenntnisse aufzupolieren“.

Die Zielgruppe, die damit angesprochen werden soll, beläuft sich auf rund 300.000 Menschen. Laut Statistik Austria leben derzeit nämlich rund 500.000 Menschen mit türkischem Migrationshintergrund in erster und zweiter Generation in Österreich, 200.000 davon in Wien. Da die Statistik aber die dritte Generation nicht mehr erfasst, kann davon ausgegangen werden, dass die Zielgruppe noch etwas größer ist. Dennoch strebe man „kein Quotenziel“ an, hoffe allerdings, dass sich das neue Angebot rasch in der Community herumspricht. awa

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.05.2011)