Herausforderungen und Möglichkeiten für die Hotelbranche.
Wien. Es müssen für Hotelprojekte in der Bundeshauptstadt nicht immer Innenstadtlagen sein, lautet eines der Ergebnisse des Hotelmarktreports Wien 2011 von Kohl & Partner. Nach wie vor gebe es zahlreiche Standorte in Wien, die sich für zielgruppenspezifische und individuelle Konzepte eignen. Bezüglich Asset Management spiele die Wertsteigerung und -sicherung eine immer größere Rolle.
Profilierung und Positionierung
Der Report hat weitere Punkte herausgearbeitet, die als Herausforderungen für die Zukunft der Branche gesehen werden: Langfristig benötigt Wien neue Hotelkapazitäten, aber keine „More-of-the-same“-Produkte. Gefragt seien vielmehr eine besondere Profilierung und Positionierung sowie eine starke Marke. Empfohlen werden Produktneuerungen, kleine Innovationen alle zwei Jahre, große Investitionen alle fünf bis sieben Jahre. Daher wird die Bildung von Investitionsreserven notwendig sein. Weiters von Bedeutung für die Hotelbranche sei die Internationalisierung, führt Kohl & Partner aus. Gefordert wird eine Reduktion der Abhängigkeit von einzelnen Herkunftsmärkten. Es gebe noch genug andere wichtige touristische Hoffnungsmärkte.
Auch regionale Besonderheiten könne man vermarkten, wie beispielsweise Wiener Wein oder Wasser. Eine andere Herausforderung an die Hoteliers sei mehr Mut zum Preis. Denn die Durchschnittspreise für Hotelzimmer in Wien liegen im internationalen Vergleich unter dem Durchschnitt. Die Anbieter können dabei auf gute Qualität verweisen.
Um 18 Prozent stieg die Zimmerkapazität in Wien zwischen 2006 und 2010. Für heuer erwarten sich laut einer Befragung der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) rund drei Viertel der Befragten eine Steigerung der Nächtigungszahlen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.05.2011)