Die angeschlagene US-Hypothekenbank bittet erneut um Staatshilfen. Grund dafür ist ein Verlust von 8,7 Mrd. Dollar im ersten Quartal 2011.
Washington/Ag/Red. Fannie Mae wurde bereits mit Staatsgeld gerettet, aber das hat nicht gereicht. Die US-Hypothekenbank braucht noch einmal 8,5 Mrd. Dollar (5,86 Mrd. Euro), berichtet das „Wall Street Journal“.
Grund dafür ist ein Verlust von 8,7 Mrd. Dollar im ersten Quartal 2011. Die US-Häuserpreise sind in der Zeit im Schnitt um 1,8 Prozent gefallen. Das habe zu vielen Zwangsversteigerungen geführt, heißt es von der Bank. Außerdem hätten viele Kunden, deren Häuser mittlerweile viel weniger wert seien als die Schulden, ihre Hypothekarkredite nicht mehr bedient.
Fannie Mae und der kleinere Bruder Freddie Mac, die größten Baufinanzierer der USA, spielen für die Stabilisierung der US-Immobilienmärkte eine entscheidende Rolle. Sie stehen direkt oder indirekt hinter der Mehrzahl der Hypotheken des Landes. Die Regierung hatte sie daher in den Turbulenzen des Jahres 2008 aufgefangen und weitgehend unter staatliche Kontrolle gestellt. Bisher hat der Beinahezusammenbruch den US-Steuerzahler etwa 150 Mrd. Dollar gekostet. Der US-Hypothekenmarkt hat ein Volumen von 10,6 Billionen Dollar.
Freddie macht wieder Gewinne
Im Gegensatz zu „Fannie“ hat „Freddie“ im ersten Quartal dieses Jahres zum ersten Mal seit fast zwei Jahren wieder einen Gewinn verbucht. Die Bank meldete vergangene Woche einen Profit von 676 Mio. Dollar für den Zeitraum von Januar bis März.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.05.2011)