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Finnische Nazipartei verwendet Hitlers Parteiprogramm

Finnische Nazipartei reicht Hitlers Parteiprogramm ein
Finnische Nazipartei reicht Hitlers Parteiprogramm einSybolfoto (c) AP (Sergey Ponomarev)
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Die rechtsextreme "Nationalsozialistische Arbeiterpartei Finnlands" hat ihr Programm von der Nationalsozialistischen Partei Deutschlands abgekupfert. Lediglich der Begriff "Jude" wurde durch "Moslem" ersetzt.

Die nach Zulassung als politische Partei strebende "Nationalsozialistische Arbeiterpartei Finnlands" (NSFAP) hat ihr Parteiprogramm direkt von Adolf Hitler übernommen. Laut einem am Dienstag im schwedischsprachigen "Hufvudstadsbladet" (Online-Ausgabe) erschienenen Artikel wurden an Hitlers Programmpunkten für die NSDAP lediglich geringfügige Änderungen vorgenommen.

"Juden" wurden durch "Muslime" ersetzt. Statt der Todesstrafe für volksschädliche Tätigkeiten verlangten die Neonazis lediglich die Ausweisung aus Finnland. Als finnische Staatsbürger will die NSFAP lediglich Personen "mit kulturellen, Blut- oder Schicksalsbanden" zur Nation akzeptieren.

Original-Programm vom Netz genommen

Das von "Hufvudstadsbladet" zitierte Programm war bereits am Dienstag nicht mehr im Internet auffindbar. In ihrem offiziellen Ansuchen präsentierte die Gruppierung um ihren "Führer" Pekka Luoma offenbar eine wesentlich zahmere Variante ihrer Zielsetzungen. Das Ansuchen wurde vom finnischen Patent- und Registeramt vorerst dennoch zur Ergänzung zurückgestellt.

Unter anderem sei zu klären, was die potenzielle Extremistenpartei unter dem Begriff "Nationalsozialismus" verstehe. Außerdem weise das Ansuchen Mängel juridisch-technischer Natur auf, sagte ein Vertreter des Helsinkier Registeramts gegenüber "Hufvudstadsbladet".

Bereits vergangene Woche hatten sich drei verschiedene Ministerien in Helsinki in Bezug auf die mögliche Zulassung der NSFAP zu Wahlen auf den Standpunkt gestellt, dass das Parteiansuchen "keinen Hinweis auf Faschismus oder schwerwiegende Verstöße gegen geltende Gesetze" enthalte. In einem Interview mit dem finnischen Rundfunk YLE hatte Luoma vergangene Woche verlautet, die Partei kämpfe "gegen Einwanderung, besonders von Farbigen".

Arbeitsloser "Führer"

Die Entscheidung der Registrierungsbehörde wird in zwei Wochen erwartet. Sollte die Genehmigung erteilt werden, muss die NSFAP 5000 Unterstützungsunterschriften sammeln. Danach könnte sie sowohl bei Regional- als auch bei Parlamentswahlen in Finnland antreten. Laut Angabe von "Führer" Luoma besteht seine "Bewegung" derzeit aus mehreren Dutzend Aktiven. Bei Luoma handelt es sich laut "Hufvudstadsbladet" um einen arbeitslosen 41-Jährigen aus der westfinnischen Gemeinde Ulvila.

(Ag.)