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Razzia in süddeutscher Islamistenszene

Razzia sueddeutscher Islamistenszene
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Die Polizei stellte Computer, Datenträger und schriftliche Unterlagen sicher. Seit Juni 2010 ermitteln die Kriminalisten gegen einen Deutsch-Syrer und einen deutschen Konvertiten.

Bei einer Razzia gegen die deutsche Islamistenszene im Raum Ulm im deutschen Bundesland Baden-Württemberg hat die Polizei mehrere Wohnungen durchsucht sowie Computer, Datenträger und schriftliche Unterlagen sichergestellt. Mehr als 30 Ermittler des Landeskriminalamts Baden-Württemberg (LKA), der Polizeidirektion Ulm und des Polizeipräsidiums Bonn waren bei der Aktion am Mittwochmorgen im Einsatz, wie das LKA mitteilte.

Das LKA ermittelt seit Juni 2010 gegen einen 29-jährigen Deutsch-Syrer und einen 27-jährigen deutschen Konvertiten. Sie werden der islamistischen Szene Ulm und Neu-Ulm zugerechnet. Sie sollen Gelder zur Vorbereitung extremistischer Gewalttaten bereitgestellt sowie für einen fremden Wehrdienst geworben haben.

Der Raum Ulm gilt als einer der Orte, an denen sich Muslime in Deutschland radikalisieren. Das im Oktober 2007 geschlossene Islamische Informationszentrum (IIZ) in Ulm galt als wichtiger Anlaufpunkt für radikale Islamisten. Dort sollen sich auch radikale Islamisten mit Kontakten zur Terrororganisation a-Qaida aufgehalten haben.

Der IIZ-Mitbegründer Thomas Hamza Fischer, ein Konvertit, war in Tschetschenien bei Kämpfen mit der Regierung ums Leben gekommen. Auch die drei Bombenbauer der sogenannten Sauerland-Zelle hatten Verbindungen nach Ulm. Das IIZ war einem Verbot durch Selbstauflösung zuvorgekommen.

In der bayerischen Schwesterstadt Neu-Ulm waren Islamisten ebenfalls aktiv; im Dezember 2005 wurde dort das "Multikulturhaus" verboten. Mittlerweile ist die Szene in beiden Städten nach Erkenntnissen der Ermittler stark zersplittert.

(Ag.)