Investor Staller spricht im Zusammenhang mit dem Abstimmungsergebnis von einer "Riesenwatschen". Der Aufsichtsratspräsident Kessler räumt eine schlechte Optik ein.
Dass sich die Aufsichtsräte der Erste Group ihre Gagen auf 700.000 Euro verdoppelt haben, sorgte bei vielen Kleinaktionären in der Hauptversammlung für Unmut. Die Abstimmung ging dank der Großaktionäre und Fonds bei 66-prozentiger Präsenz mit 248 Millionen Stimmen zwar im Sinn der Bankführung aus. Das von Präsident Heinz Kessler verlesene Abstimmungsergebnis wurde aber mit "Pfuis" und Buhrufen quittiert. In Summe fast 175.000 Stimmen waren dagegen.
Der streitbare Investor Rupert Heinrich Staller sprach angesichts der lautstarken Unmutsäußerungen und der mehrere Minuten dauernden Aufzählung von Gegenstimmen von einer "Riesenwatschen" für das Gremium. Der Schritt sei "unsensibel" und "dämlich". Die Erste sei selber schuld, wenn Politiker derartiges nutzten, um politisches Kleingeld zu machen.
Kein Signal von Sparsamkeit
Kessler wurde gefragt, ob er meine, dass dies ein Signal für Sparsamkeit sei und der Bank damit etwas Gutes getan wurde. "Dass eine 100-Prozent-Erhöhung in einem Schritt optisch nicht schön ist, das ist zugegeben", sagte Kessler. "Wir tun dieser Bank nichts Schlechtes". Kessler hält die erste Erhöhung der Bezüge seit fünf Jahren für gerechtfertigt, die Gesellschaft und die Pflichten der Aufsichtsräte seien in dieser Zeit wesentlich umfangreicher gewesen.
Kessler: "Es ist kein Signal von Sparsamkeit, aber auch kein Zeichen von Jux und Tollerei". Selbst in kritischen Wortmeldungen wäre es ja nicht um die Summe selbst gegangen.
(APA)