Erste: Doppelte Aufsichtsratsgagen erhitzen Gemüter

Erste Doppelte Aufsichtsratsgagen erhitzen
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Fast alle Parteien bringen ihren Unmut über Verdoppelung der Gage für die Aufsichtsräte der Erste Group zum Ausdruck. Die Reaktionen reichen von "unerträgliche Provkation" bis "Taschen vollstopfen".

Die Verdoppelung der Gage für die Aufsichtsräte der Erste Group auf 700.000 Euro sorgt nicht nur bei den Aktionären für großen Unmut, sondern auch in der Politik. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter sieht darin eine "unerträgliche Provokation", immerhin habe die Erste vor zwei Jahren noch um Staatshilfe "gebettelt". Auch die Opposition findet die Erhöhung der Bezüge höchst unverschämt, kritisiert aber gleichzeitig die Regierung.

Treichl-Vergleiche in der Kritik

Kräuter fühlt sich als Parlamentarier, der die Bankenhilfe im Nationalrat mitbeschlossen hat, "vorgeführt und hintergangen", wie er am Freitag wissen ließ. Bevor das von der Republik gezeichnete Partizipationskapital überhaupt getilgt sei, würden sich "die Herrschaften in Nadelstreif gegenseitig die Taschen vollstopfen", echauffierte sich der SPÖ-Mann. Die gestrigen Aussagen von Erste-Boss Andreas Treichl, wonach es nicht gerecht sei, dass der Rektor der Universität im Jahr verdiene, was er selbst im Monat habe, oder dass Volksmusikstars ein Mehrfaches der besten Opernsängerinnen kassierten, seien "eines Konzernchefs unwürdig".

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl sprach vom "Gipfel der Unverschämtheit". Die Verluste zu verstaatlichen und die Gewinne untereinander aufzuteilen, sei eine "besonders üble Form der Abzocke". Für den Grünen Sozialsprecher Karl Öllinger ist die "unverschämte" Gehaltspolitik etlicher Banken nach der Krise "zynisch und demokratiegefährdend". Für die Bankmanager sei die Krise vorbei, nicht aber für die Steuerzahler, meinte auch BZÖ-Klubobmann Josef Bucher.

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas will "gegebenenfalls eine Erhöhung der Bankensteuer prüfen" und sprach sich für eine Beschränkung der steuerlichen Absetzbarkeit von Managergehältern aus.

Sitzungsgeld und Vergütung verdoppelt

Die Aufsichtsräte der Erste Group haben für 2009 insgesamt 350.000 Euro an Vergütung bekommen, hinzu kamen Anwesenheitsgelder für Sitzungen im vergangenen Jahr in Höhe von 161.500 Euro. Im Aufsichtsrat der Erste sitzen unter anderem neben Anlegerschützer Wilhelm Rasinger der scheidende Uni-Wien-Rektor Georg Winckler, die Generaldirektorin der Spanischen Hofreitschule Elisabeth Gürtler, die Rechtsanwältin Theresa Jordis und die Unternehmerin Bettina Breitender. Die höchste Gesamtvergütung erhielt mit 68.500 Euro Aufsichtsratspräsident Heinz Kessler.

Gestern wurden sowohl die fixe Vergütung als auch das Sitzungsgeld um 100 Prozent angehoben, also verdoppelt.

(APA)

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