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Post-Chef plädiert für weitere Privatisierung

PostChef plaediert fuer weitere
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Konzernchef Pölzl hält die Börsenotierung der Post für "richtig und wichtig". Der Umbau des Unternehmens trägt Früchte: Im ersten Quartal hat die Post mehr verdient, als von Analysten erwartet.

Wien/Eid. „Die Anleger würden sich freuen, wenn mehr Post-Aktien auf dem Markt wären. Ich würde eine weitere Privatisierung auch begrüßen“, sagte Post-General Georg Pölzl am Freitag. Allerdings liege die Entscheidung beim Eigentümer, dem Staat. Der Börsegang sei für die Post wichtig und richtig gewesen – wichtig für das nachhaltige Wachstum des Unternehmens und für den Umbau in Richtung Wettbewerbsfähigkeit. „Schauen Sie nach Amerika, die staatliche US-Post ist praktisch pleite“, meinte Pölzl im Hinblick auf Meldungen zur drohenden Insolvenz des US-Postkonzerns.

Die neue Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) hatte kürzlich laut über weitere Privatisierungen nachgedacht, was prompt auf Kritik von SPÖ und Gewerkschaften stieß. Der Staat hält 53 Prozent an der Post und profitiert – so wie alle Aktionäre – von Kursgewinnen und einer attraktiven Dividende von zuletzt 1,60 Euro je Aktie.

 

Aktie hat Potenzial nach oben

Am Donnerstag stürzte der Kurs zwar um 9,66 Prozent ab – dafür waren laut RCB-Analyst Bernd Maurer der Dividendenabschlag und zwei größere Verkäufe gegen Handelsende verantwortlich. Am Freitag zog der Kurs der Post-Aktie wieder deutlich an. Im Vergleich zur „großen Schwester“ Deutsche Post, deren Aktie seit Anfang 2010 einen Kurszuwachs von nur 0,9 Prozent verzeichnete, verteuerte sich das Papier der Österreichischen Post um 28,5 Prozent.

Analysten sehen zudem noch Potenzial nach oben: Die Kursziele liegen zwischen 25 und 28,50 Euro. Die Analysten der Erste Group haben ihr Anlagevotum von „hold“ auf „buy“ angehoben und das Kursziel von 27,10 Euro bestätigt. Die UniCredit hat in Reaktion auf die guten Ergebnisse die Kaufempfehlung für die Post-Aktie mit Kursziel 27 Euro beibehalten.

Mit einem Umsatzplus von 1,6 Prozent auf 571,3 Mio. Euro und einem um 11,8 Prozent auf 37,4 Mio. Euro gestiegenen Nettogewinn hat die Post die Analystenerwartungen übertroffen. „Es ist uns gelungen, die Volumsrückgänge bei Briefen durch eine Steigerung bei Werbesendungen und Paketen mehr als wettzumachen“, sagte Pölzl. Damit sei die im Vorjahr aufgesetzte Strategie aufgegangen, die Marktführerschaft im Kerngeschäft Brief zu verteidigen, aber gleichzeitig in den Wachstumsfeldern Paket&Logistik, Werbung und E-Brief sowie im Ausland zuzulegen.

Der Abbau von 800 bis 900 Stellen pro Jahr geht wie geplant weiter, ebenso wie die Umstrukturierung im Filialnetz. Derzeit hat die Post noch 702 eigene Postämter, die Zielmarke liegt bei 500. Die Zahl der Postpartner soll parallel dazu von 1164 auf 1500 steigen.

Pölzl setzt zudem auf mehr und besseres Service in den Filialen sowie in der Zustellung. In der zweiten Jahreshälfte soll ein Pilotversuch für die Abendzustellung starten. Außerdem will er Internetservices ausbauen. „Wir wollen die elektronische Post vorantreiben und ein Marktplatz für unsere wichtigsten Kunden, die Versandhändler, sein.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.05.2011)