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Gegen die Angst vor der Epilepsie

(c) FABRY Clemens
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Die Erforschung und Behandlung der Krankheit sollen verbessert werden. Das fordern jetzt mehrere EU-Parlamentarier von der Europäischen Kommission und den Mitgliedsländern.

Epilepsie soll in der EU besser erforscht und behandelt werden. Dafür macht sich jetzt eine Gruppe von EU-Abgeordneten stark. In der Vorwoche reichten die österreichische Parlamentarierin Angelika Werthmann (fraktionslos) sowie die Abgeordneten Gay Mitchell, Nirj Deva, Marian Harkin und Peter Skinner eine entsprechende „schriftliche Erklärung“ ein. Sämtliche EU-Abgeordneten können die Forderung an die EU-Kommission und die Mitgliedsländer bis 15. September durch ihre Unterschrift unterstützen.

Die Initiatoren wollen die Forschung und Innovation im Bereich der Prävention sowie der Frühdiagnose und Behandlung der Epilepsie verstärken. Außerdem wollen sie die Epilepsie als wichtige Krankheit einstufen, die für Europa eine erhebliche Belastung darstellt. Menschen mit Epilepsie sollen die gleiche Lebensqualität haben wie ihre gesunden Mitbürger, vor allem in den Bereichen Bildung, Beschäftigung, Beförderung und öffentliches Gesundheitswesen. Bei allen wichtigen Politiken der EU und der Mitgliedstaaten sollen wirksame Gesundheitsfolgenabschätzungen vorgenommen werden.

 

Rechte von Epileptikern schützen

Werthmann und ihre Kollegen wollen die 27 EU-Staaten auffordern, „angemessene Vorschriften zu erlassen, um die Rechte aller Menschen mit Epilepsie zu schützen“. Unterstützt die Mehrheit der 736 EU-Abgeordneten die „schriftliche Erklärung“, dann geht diese an den Parlamentspräsidenten und in weiterer Folge an die EU-Kommission und an die Mitgliedstaaten.

„Das Wissen über die Entstehung von Epilepsie hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen, doch die Zusammenhänge konnten bis dato noch nicht vollständig geklärt werden“, sagt Werthmann. Statt einzelner Forschungsprojekte solle die EU mehr und breitere Programme fördern. Immerhin hätten Weltgesundheitsorganisation und internationale Epilepsie-Organisationen „in der Epilepsie-Pflege desaströse Zustände festgestellt“.

 

Gefahr des sozialen Abseits

Epilepsie, eine chronisch neurologische Erkrankung, betrifft in der EU (je nach Quelle) sechs bis acht Millionen Menschen. Allein in Österreich soll es mehr als 65.000 Epileptiker geben. Schwierigkeiten gibt es für Betroffene unter anderem in der Schule oder am Arbeitsplatz. „Epilepsie ist an und für sich eine gut behandelbare Krankheit. Unser Hauptziel ist es, mit Informationen und Aufklärungsmaßnahmen Ängste und Missverständnisse abzubauen und an Epilepsie erkrankte Menschen aus dem sozialen Abseits zu holen“, so Werthmann.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.05.2011)