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Gold-Investments: Soros steigt aus, Paulson bleibt drin

(c) REUTERS (BOBBY YIP)
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Die Star-Investoren verfolgen unterschiedliche Strategien. Soros glaubt nicht mehr an die selbst prognostizierte Rallye, Paulson schon. Investoren wie Eric Mindich und Paul Turadji folgten der Soros-Strategie.

New york/Bloomberg. Sie sind beide Star-Investoren – die gleichen Strategien verfolgen sie dennoch nicht. Vor allem nicht, was das Edelmetall Gold betrifft. Milliardär George Soros hat im ersten Quartal, als der Goldpreis auf einem Rekordwert war, den größten Teil seiner Goldpositionen im Wert von knapp 800 Mio. Dollar abgestoßen. Investoren wie Eric Mindich und Paul Turadji folgten der Soros-Strategie.

Soros hatte im Januar 2010 beim Weltwirtschaftsforum in Davos Gold als „ultimative Blase” bezeichnet. Am 15.November 2010 sagte er, dass die Bedingungen für einen weiteren Anstieg des Goldpreises „ziemlich ideal” seien. Und im Jänner 2011 meinte Soros, der Boom bei den Rohstoffen dürfte noch ein paar Jahre anhalten. Berichte über seinen Ausstieg werden als einer von mehreren Auslösern für den Preisrutsch am Rohstoffmarkt gesehen.

Hedgefonds-Manager John Paulson, der mit Wetten gegen den US-Hypothekenmarkt und die Subprime-Krise 2007 einen Gewinn von drei Mrd. Dollar erzielt hatte, hielt seine Goldbestände. Paulson, der Pflichtmeldungen an die Börseaufsicht SEC zufolge der größte Aktionär von Afrikas größtem Goldproduzenten, AngloGold Ashanti LTD, ist, hofft, dass die Rallye weitergeht. Paulson baute seine Positionen bei Bergbaugesellschaften, darunter Barrick Gold Corp. und Gold Fields Ltd., noch aus.

 

Höhere Zinsen dämpfen Fantasien

Der Goldpreis steigt seit zehn Jahren und wurde von der steigenden Inflation, der Staatsschuldenkrise in Europa, dem schwächeren Dollar und den politischen Unruhen in Nordafrika am 2.Mai auf ein Allzeithoch bei 1577,57 Dollar je Unze getrieben. Von der Gold-Rallye profitieren auch börsengehandelte Produkte (ETP) wie SPDR und iShares. Investoren erachten Gold als „sicheren Hafen“ in Krisen und hoffen auf höhere Erträge als mit Aktien oder Anleihen. Bei steigenden Zinsen (die Europäische Zentralbank hat im April erstmals seit fast drei Jahren die Leitzinsen erhöht) sollten jedoch die Vor- und Nachteile abgewogen werden, meinen Experten. Gold wird bekanntlich nicht verzinst.

Erstmals seit einem Jahr sanken die ETP-Goldbestände im ersten Quartal um 69,9 Tonnen oder 3,3Prozent. Ein Teil der ETP-Verkäufe sei keine wirkliche Abkehr vom Gold gewesen, sagt dazu Edel Tully, Analyst bei der UBS in London. In manchen Fällen seien die Investoren nur von ETP zu anderen Anlagen umgestiegen.

Die Investoren bei zehn goldunterlegten börsengehandelten Produkten besitzen nach Berechnungen von Bloomberg 2041 Tonnen Gold im Wert von 98 Mrd. Dollar. James Dailey, Vermögensverwalter bei Team Financial Asset Management, rechnet damit, dass der Goldpreis binnen zwei Jahren auf 2500 Dollar je Unze klettert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.05.2011)