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Finanzministerium startet Kampf um Lotterielizenz

Symbolfoto
(c) FABRY Clemens
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Die Novomatic will sich mit einem internationalen Partner um die Lizenzen bewerben. Den Automatenproduzenten interessiert vor allem die Bewilligung für Video-Lotterie-Terminals und das lukrative Onlinespiel.

Wien. Die neue Finanzministerin Maria Fekter will den Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen, dass nach dem Regierungswechsel die Vergabe der Glücksspiellizenzen stockt. Demnächst, wahrscheinlich im Juni, soll die Lotterielizenz ausgeschrieben werden. Ein Berater, der dem Ministerium und der Finanzprokuratur, die das Prozedere begleitet, hilft, soll gefunden sein: Der schwedische auf Lotterien spezialisierte Berater Qlot.

Da in der Lotterielizenz auch die für Onlinespiele und Video-Lotterie-Terminals (VLT) enthalten ist, bekommt die Casinos-Austria-Tochter Lotterien, in deren Händen die Lizenz bisher lag, Konkurrenz. „Ich schließe nicht aus, dass wir uns bewerben – wahrscheinlich mit einem der drei, vier am Weltmarkt relevanten Lotterieunternehmen als Partner“, sagte Novomatic-Chef Franz Wohlfahrt am Mittwoch. Man müsse jedoch die Konditionen prüfen.

Die Novomatic, die Spielautomaten produziert und im Ausland Spiel- und Automatencasinos betreibt, interessiert sich vor allem für VLT (zentralvernetzte Spielautomaten) und das boomende Onlinespiel. Das dritte rasch wachsende Standbein der Novomatic ist die Entwicklung elektronischer Spiele, die in Lizenz vergeben werden. Diese sind auch als App für Smartphones geplant. Dafür braucht die Novomatic die Lizenz und Mobilfunker als Partner.

 

Neues Projekt in Peru

Die Novomatic, die sich auch für die 15 Casinolizenzen und „möglichst viele“ der von den Bundesländern vergebenen Bewilligungen für Automatensalons interessiert, hat im Vorjahr sehr gut verdient. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 1,184 Mrd. Euro, das Nettoergebnis legte um 123 Prozent auf 131 Mio. Euro zu. 2009 belastete jedoch die Wirtschaftskrise und der Rückzug aus Russland das Ergebnis.

Für die Expansion, die auch einen Casino-Hotel-Komplex in Lima (Peru) umfasst, schließt Wohlfahrt einen Börsegang nicht aus. Man prüfe alle Möglichkeiten am Kapitalmarkt, eine Entscheidung gebe es nicht. Gut im Rennen liegt die Novomatic auch als Bewerber für eine Casinolizenz in Zürich und in Vaduz.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.05.2011)