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Und jetzt entspannen wir uns wieder

Nach Treichls Entschuldigung kann man endlich die notwendige Debatte beginnen.

Andreas Treichl hat, nachdem er das Richtige gesagt hatte, auch das Richtige getan: Er hat sich dafür entschuldigt, wie er es gesagt hat. Politiker als „blöd“ zu bezeichnen ist kein Umgangston. Und gerade ein honoriger Banker sollte sich nicht einer Wortwahl bedienen, die man nur von populistischen Oppositionspolitikern kennt.

Das Gleiche gilt für Politiker, die Banker als „gierig“ bezeichnen. Und noch mehr für Politiker, die im Geist von Ludwig XIV. glauben, sie seien der Staat und jegliche Kritik an ihnen komme einer Majestätsbeleidigung gleich. Mehr Respekt im gegenseitigen Umgang ist notwendig.

Nach dem „Sorry“ können wir uns wieder entspannen und emotionslos diskutieren, was Treichl kritisiert hat: nämlich die Ahnungslosigkeit vieler Politiker in wirtschaftliche Fragen und die Mutlosigkeit der Politik.

Für diese Analyse muss sich der Erste-Chef nämlich nicht entschuldigen.

 

norbert.rief@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.05.2011)