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Polarforscher: Atlantik vor der Antarktis immer wärmer

Polarforscher Atlantik Antarktis immer
(c) EPA (Carlos Duarte)
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Auch im tiefen Ozean würde sich das Wasser immer mehr erwärmen, warnen Polarforscher. In den vergangenen 26 Jahren ist die Wassertemperatur um sechs Hundertstel Grad angestiegen.

Als Folge des Klimawandels wird das Wasser in den Tiefen des Atlantiks nördlich der Antarktis immer wärmer. Das haben Wissenschafter des Bremerhavener Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI) während der jüngsten Expedition des Forschungseisbrechers "Polarstern" herausgefunden. Das AWI-Flaggschiff kehrt an diesem Freitag nach sieben Monaten auf der Südhalbkugel in seinen Heimathafen Bremerhaven zurück.

Während der Reise konzentrierten sich die Forschungsarbeiten unter anderem auf das Weddelmeer (das größte der 14 Randmeere des Südlichen Ozeans) im atlantischen Teil der Antarktis. Dort passen sich die Lebewesen laut AWI nur langsam an die Veränderungen an.

"Erhebliche Wärmemenge im Ozean gespeichert"

In den vergangenen 26 Jahren ist die Wassertemperatur in den Tiefen des Weddellmeers um sechs Hundertstel Grad angestiegen. Obwohl es sich um einen scheinbar geringen Wert handelt, "ist damit eine erhebliche Wärmemenge verbunden, die im Ozean gespeichert wird", zitiert das AWI den Fahrtleiter Eberhard Fahrbach.

Für die Klima- und Polarforscher ist dies ein weiteres Indiz dafür, dass die Ozeane Wärme aus der durch den Treibhauseffekt erhitzten Atmosphäre aufnehmen. Der Weltklimarat IPCC hat bisher angenommen, dass etwa 80 Prozent aus dem Treibhauseffekt in den oberen Ozeanschichten bis 1500 Meter Wassertiefe landet.

Veränderungen können weltweit Auswirkungen haben

Laut Fahrbach hat die Polarstern-Expedition nun gezeigt, "dass auch der tiefe Ozean mit seinem riesigen Volumen an diesem Prozess beteiligt ist". Die AWI-Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Veränderungen dieser Wassermassen weltweite Auswirkungen haben werden. Bei weiteren Untersuchungen im östlichen Weddellmeer stellten die AWI-Wissenschaftler fest, dass sich die Tier- und Pflanzenwelt unter Wasser nur sehr langsam an die Veränderungen anpassen. Das zeige, wie empfindlich das Ökosystem reagiere.

Die "Polarstern" wird am Vormittag in Bremerhaven erwartet. Sie soll nach einem Werftaufenthalt am 15. Juni zu einer mehrwöchigen Arktis-Expedition aufbrechen.

(Ag.)