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Berlusconi: "Uns droht Islamisierung"

Berlusconi droht Islamisierung
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Italiens Premier warnt im Wahlkampf um den Mailänder Bürgermeistersessel vor einem Linksruck.

Der italienische Premier Silvio Berlusconi hat am Montag vor einem Linksruck in Mailand gewarnt, in dem am kommenden Wochenende Stichwahlen geplant sind. Sollte der Bürgermeisterkandidat der Linken, Giuliano Pisapia, gewinnen, würde der Finanzmetropole Mailand eine "Islamisierung" drohen. Pisapia plane den Bau einer Moschee, außerdem würde er den Roma freie Hand lassen, warnte Berlusconi in einer Videobotschaft auf der Webseite seiner Mitte-rechts-Partei PdL "Volk der Freiheit" (Popolo della liberta).

"Für uns Mailänder ist es keine Priorität, eine Moschee zu bauen. Wir wollen die Plätze Mailands außerdem nicht mit kommunistischen Fahnen gefüllt sehen", meinte Berlusconi. Die Mitte-rechts-Allianz warnt im Wahlkampf seit Tagen zunehmend vor der Gefahr einer allzu ausländerfreundlichen Politik des Linkslagers, sollte Pisapia den Bürgermeistersessel in der 1,6 Millionen-Metropole erobern. "Pisapia will die Wettbewerbe für Stellen in der öffentlichen Verwaltung Migranten mit Aufenthaltsgenehmigung zugänglich machen. Das würde die Mailänder Bürger benachteiligen. In einer Phase wirtschaftlicher Schwierigkeiten bedeutet das, unseren Bürgern Jobs wegzunehmen", meinte die Bürgermeisterin Letizia Moratti, die als Kandidatin des Berlusconi-Lagers um eine Wiederwahl kämpft.

Nach der Wahlschlappe bei den Kommunalwahlen am vergangenen Wochenende in Italien stürzt sich Berlusconi im Wahlkampf für die Stichwahlen in den 86 Gemeinden, in denen beim ersten Wahlgang kein Kandidat auf 50 Prozent der Stimmen gekommen war. Der Premier befürchtet Niederlagen bei dem zweiten Wahlgang in Mailand, Triest und Neapel. In Mailand war der Linkskandidat Pisapia überraschend auf 48 Prozent der Stimmen gekommen. Moratti musste sich mit 41 Prozent begnügen.

(Ag.)